Wanderungen am Purple Path #4: Von Oberlichtenau nach Niederwiesa

Der Purple Path hält noch viele Objekte für uns bereit und bietet Anlass für schöne Wanderungen in der Region. Diesmal geht es von Oberlichtenau nach Niederwiesa mit nicht weniger als 4 Objekten am Wegesrand. Die Bahn bringt uns sehr schnell nach Oberlichtenau, wo wir an einem wirklich gottverlassenen Bahnhof aussteigen. Wir laufen zunächst durch den Ort, der von der Autobahn ziemlich geplagt ist. Bald gelangen wir auf schöne Wege am Ortsrand und kurz danach erreichen wir schon das erste Objekt.

Das Kunstwerk „Ornamente“ des Chemnitzer Künstlers Frank Maibier ist eine grandiose Hommage an die ostdeutsche Gartenzaunkunst. Wer immer Beziehungen oder Möglichkeiten hatte, konnte einen schmiedeeisernen Zaun sein eigen nennen. Diese oft mit sehr individuellen Motiven gestalteten Zäune schmückten viele Grundstücke im Osten und sind nun bedroht. Der Trend der Zeit schreitet unaufhaltsam voran und ersetzt einst schöne Zäune durch grässliche dunkelgraue Grundstücksbegrenzungen im Kunststofflook oder schlimmer noch, Kunststoffflechtwerk mit aufgedruckten Efeu- oder Natursteinmotiven. Das ist wirklich schlimm, wenn man so über die Dörfer und Stadtränder läuft. Dem stemmt sich nun das Kunstwerk entgegen und hebt die bunten Schmiedezäune in den Himmel – weithin sichtbar an exponierter Stelle. Fetzt!

Mit diesen Gedanken schreiten wir weiter, bald schon öffnet sich ein weiter Blick, hinüber nach Frankenberg, zum Schloss Lichtenwalde und noch weiter im Hintergrund zur Augustusburg. So erreichen wir Niederlichtenau und bald schon Frankenberg. Am Markt erwartet uns der „Nacksche“. Dieses Kunstwerk exisitierte schon länger und wurde nur aufgefrischt und zum Teil des Purple Path erklärt. Weiter führt unser Weg durch Frankenberg, welches wir ebenfalls bald verlassen. Im Zschopautal geht es nun weiter, zunächst urig vorbei an Gehöften, später felsig exponiert am Harrasfelsen (tollkühner Ritter springt und so …). Durch das schön gelegene Braunsdorf geht es erneut aussichtsreich weiter, bis wir wieder im Tal ankommen. An der historischen Weberei warten zwei weitere Purple Path Kunstwerke auf uns, ein schönes Ornament am Gebäude als Remineszenz an die Weberei („Mapping Patterns: Industrial Flora” von Anja Schwörer) sowie ein Werk am Wassergraben mit schönen Spiegeleien („My floating home“ von Karolin Schwab). Rundherum gibt es aber noch einiges mehr an Kunst. Wir sind spät dran und können nicht lang verweilen, doch ein ausgiebiger Besuch ist schon fest eingeplant.

Flugs erreichen wir über schöne Wege am Fluss und den dörflichen Teil von Niederwiesa die Bahn, die uns ebenfalls sehr schnell wieder zurück nach Chemnitz bringt. Hier laufen wir noch zum Schloßberg, wo wir im Miramar mal wieder schön einkehren und den Abend deftig lecker ausklingen lassen.

Unsere Tour über 18 km: Link