„Das Stiefmütterchen wird diffamiert“

hornveilchenUnter diesem Titel findet man ein kluges Interview in der Online-Ausgabe der ZEIT.

Gärten für die Stadt zu schaffen, ist ein spannendes Thema. Allein mit Saatbomben werfen ist es sicher nicht getan – ich fühle mich ertappt. Nichtsdestotrotz werde ich am Montag mit Steffi noch mal ein paar bauen und in Umlauf bringen. Mal schauen, ob ich auch dazu komme, mein Brachenbeblumungsprojekt voranzutreiben. Wildes Bunt ist auf jeden Fall besser als kahles Grau!

Auch im Kleinstgarten gehts voran, allerlei Frühblüher blühen, die alten Primelsorten aus Saxdorf sind nun ganz prächtig, die Duft-Nemesie von Rühlemanns blüht und duftet und alles treibt wunderbar aus – der Sommer kann kommen. Etliches ist auch schon gesät, dieser Tage wird noch allerhand (um-)gepflanzt und rausgeräumt. Heuer wirds auch wieder Tomaten geben, da konnte ich nicht daran vorbei … Fetzt!

Kunst in Chemnitz

Ansehen! ist die unbedingte Empfehlung für den jüngsten Coup unserer Frau Mössinger, ihres Zeichens umtriebige Chefin der Kunstsammlungen Chemnitz. In einer außerordentlich gelungen Zusammenstellung sind die Werke des Leipziger Künstlerpaares Neo Rauch („Abwägung“) und Rosa Loy („Gravitation“) zu sehen.
Rauchs Bilder sind absolut sehenswert. Wenn man vor den Großformaten steht, wird einem sofort klar, dass der gewaltige Hype um Rauchs Bilder nicht grundlos ist. Szenen in altmeisterlicher Handwerkskunst werden in einen absurden bis surrealen Kontext gesetzt. Vieles wirkt unterschwellig befremdlich, irritierend, beängstigend, was oftmals weniger am dargestellten Sujet als an der Wahl der Farben liegt. Man sieht idyllische Landschaften und altertümlich gekleidete Menschen in dezent giftigen Farben. Die Bilder sind voller Details und Anspielungen, die sich erst beim zweiten oder dritten Hinsehen erschließen. Großartig! „Kunst in Chemnitz“ weiterlesen

Französisch in Chemnitz

Ami nennt sich das neue Restaurant, welches jetzt an Stelle des ehemaligen Raucherlokals Schraders auf dem Kassberg neu eröffnet hat. Erfreulich daran ist auf jeden Fall schon mal, dass damit nun eine weitere Raucherkneipe ihre Türen für immer schließt. Man kann es sich eigentlich kaum noch vorstellen, dass noch vor wenigen Jahren verqualmte Kneipen und Restaurants der Normalfall waren und man selbst sogar zwischen den Gängen eines mehrgängigen Menüs schnell eine Fluppe durchziehen musste. Schön, dass diese Zeiten vorbei sind.

Aber zurück zum Ami. Die Speisekarte wirkt ein wenig so, als hätte jemand alles zusammengetragen, was sich der Deutsche, der noch nie in Frankreich war, unter französischer Küche vorstellt. Natürlich gibt es eine Sauerkrautsuppe, Schnecken, Froschschenkel und auch das obligatorische Rotweinhähnchen möchte nicht fehlen. Daneben findet man aber auch eine ganze Reihe weniger populärer aber interessanter Sachen, wie etwa eine Variation von mit Gemüse gefüllte Gemüsen. Auch von Treuffe, einer herzhaften Variante der in Sachsen bekannten Quarkkeulchen lese ich zum ersten Mal.
Das Essen was dann auf den Tisch kommt, findet allgemeines Lob und zerstreut alle anfänglichen Bedenken. Alles ist sehr lecker und ansprechend angerichtet. Der Hasenrücken den ich bekomme ist auf den Punkt zubereitet, die gefüllten Gemüse werden auch sehr gelobt, wie auch der Lachs und die verschiedenen Steaks sowie die dazu gereichten Beilagen. Gleiches gilt für die Vor- und Nachspeisen, einzig die Erbsensuppe war etwas zu kalt (aber lecker!). Aus der Topfencreme hätte man mit einem anderen Obst statt der noch recht geschmacksfreien Erdbeeren ein exzellentes Dessert machen können. Das ist aber wirklich auch schon alles, was man kritisieren kann und als Fazit bleibt: sehr lecker und eine angenehme Atmosphäre.

Bedient werden wir sehr aufmerksam und freundlich, die Zubereitung der Speisen dauert ein wenig, aber das lässt auch hoffen, dass alles frisch gekocht wird.
Man wünscht dem Lokal sehr viel mehr Gäste als an diesem Abend des Ostermontags da waren.
Die Karte wird hoffentlich öfter mal wechseln, schließlich bietet die französische Küche weit mehr als die bisher angebotenen Klassiker. Bei genügend Abwechslung spricht künftig nichts gegen regelmäßige Besuche im Ami. Der schön gelegene Biergarten (oder wie heisst das französische Pendant?) verspricht zudem schönes Draußensitzen an lauen Sommerabenden.

Lob der Vinotheque!

Es ist mal wieder an der Zeit, die Vinotheque in Lichtenwalde zu loben!
Gestern waren wir nach einigen vergeblichen Anläufen in der Vergangenheit dort zum Essen und waren wie bisher jedes mal sehr angetan von diesem Restaurant.
Man wählt aus einer sehr übersichtlichen aber dennoch vielseitigen Karte. Ich entschied mich für Räucherforelle auf Rettichsalat sowie geschmorte Rehschulter mit Wirsing und Maronenknödeln. Beides war sehr gelungen, jede einzelne Komponente, auch auf den benachbarten Tellern, sehr lecker und von optimaler Konsistenz. Das schönste am Essen in der Vinotheque ist jedoch die Weinbegleitung. Wir begannen mit einem leckeren Crémant, dem bei mir dann zur Forelle ein Wiener Gemischter Satz und zum Hauptgang ein kräftiger Spanier folgten. Wie immer in der Vinotheque passten bei mir und meinen Begleitern die verschiedenen Weine wirklich perfekt zu den einzelnen Gängen. Zum süßen Abschluß gab es für mich noch einen halbflüssigen Schokoladenkuchen mit einem wirklich perfekt dazu passenden Sherry.
Das Ambiente stimmt natürlich auch und der einzige Wermutstropfen ist wirklich, dass die Vinotheque so weit außerhalb der Stadt liegt. Aber gern immer wieder!

Viva la Mamma!

Ganz großes Theater gab es gestern wieder mal in der Chemnitzer Oper. Donizettis „Viva la Mamma“, eine komische Oper, wurde in Chemnitz auf die Hinterbühne verlegt, was ganz trefflich zum Thema des Stücks passte, denn um nichts anderes ging es da, als um eine Opernprobe.
So fing das Stück auch an, zunächst viel Gerede und Gezeter, aus dem sich so peu a peu eine wunderschöne Operninszenierung entwickelt. Spielte anfangs nur Jeffrey Goldberg am Klavier zu vereinzelten Arien, kam allmählich auch die Philharmonie unter Anja Bihlmaier hinzu und das Ganze entwickelte sich immer mehr zu echter Oper.
Natürlich war das Ganze ein großer Klamauk, eine furiose Abfolge von lustigen Nummern, die mit viel Spielfreude vorgetragen wurden. Donizetti sorgte natürlich für die der italienischen Oper eigenen eingängigen Melodien. Bei all dem tollen Spiel geriet allerdings die Musik und der wunderbare Gesang, es gab viele tolle Arien, fast ein wenig zur Nebensache. Man musste sich immer mal wieder selbst darauf aufmerksam machen, dass ja hier wirklich eine Oper gegeben wird, so gut wurde auf der Hinterbühne das Thema Probe umgesetzt.
Viva la Mamma! Hingehen!