Tief im Erz

Tief im dichten Wald, an einem munteren Bächlein, ohne Mobilfunknetz – da verbringen wir ein langes Wochenende. Aber keine Sorge, es wird eher das Gegenteil von einem Survival-Abenteuer: wir übernachten im Das Erz, irgendwo im Nirgendwo hinter Crottendorf. Ehemals Heim der DDR-Elite lädt das Hotel nun als luxuriöser Rückzugsort ein. Der Begriff Medical Spa mag etwas überzogen sein, aber es gibt eine schöne Sauna sowie beheizte Sprudel-Zuber mitten im Wald. Gerade Letzteres hat schon was, vor allem an den Tagen, wo das Hotel nicht stark gebucht ist und man ganz allein im dunklen Wald im warmen Zuber dem Rauschen des Bächleins lauschen kann.

Von hier kann man wunderbar wandern, auch wenn es während unseres Aufenthalts auf den Waldwegen recht glatt ist. Deshalb suchen wir vor allem Wege in freier Landschaft, die zum Glück weitgehend frei von Schnee und Eis sind. Vom Hotel aus kann man schön dem Bach folgen bis zum Unterbecken des Pumpspeicherwerks Markersbach, welches mit unter dem sinkenden Wasserspiegel krachenden Eisschollen ein beeindruckendes Spektakel bietet. Jenseits der Staumauer laufen wir dann bergan Richtung Scheibenberg, biegen aber dann ab nach Cottendorf, wo wir lecker im Café AnnaBella einkehren, das zum Räucherkerzenland gehört. Im benachbarten Laden staunen wir, wie viel Plunder man unter dem Label Räucherkerzen verkaufen kann – was aber ganz offensichtlich begeistert angenommen wird. Von hier laufen wir auf schönen Wegen wieder zurück zum Hotel [17 km]. Zwei weitere Wanderungen unternehmen wir auf einer ehemaligen Bahntrasse und über die Hochebene bei Scheibenberg [11,5 km] sowie entlang der Ortslage Crottendorf bis Waltersdorf, dem Ort der „Sparrguschen“, auch hier teils auf ehemaligen Bahntrassen [16 km].

Im Hotel genießen wir das sehr gute Abendessen im Restaurant und lassen den Abend noch in der schön eingerichteten Bar „Das Kauz“ ausklingen. Das ist schon was anderes als der überdimensionale Pilz, den sich angeblich Erich Honecker als Bar an den Waldrand bauen ließ und der die Zeiten überdauert hat. Der Honecker-Pilz hat bisschen was von Hobbykeller. Einen Abend nutzen wir auch, um in der „Gaststub zur Bimmelbah“ wieder einmal sehr lecker zu essen. Ein Blutwurstschnitzel mag nicht jedermanns Sache sein, ich fand es herrlich. In der Bimmelbah sollte man sich auf keinen Fall die Suppen (Suppendorf Neudorf!) wie auch die herrlichen Desserts entgehen lassen – auch wenn das in der Kombi mit dem Blutwurstschnitzel durchaus anstrengend ist. So vergeht ein sehr schönes langes Wochenende mit Wandern, Wellness und lecker Essen, das kann man haben!