La Vinotheque

Gestern waren wir wieder ein mal in der Vinotheque in Lichtenwalde. Nach einem Blick auf die Webseite des Restaurants fürchteten wir ja schon, dass es der letzte Besuch sein wird – erleichtert erfuhren wir aber von der freundlichen Bedienung, dass das Restaurant nur für einen kurzen Umbau geschlossen werden wird.
Das Essen war wiederum tadellos, einer vorzüglichen Sauerkrautschaumsuppe mit Lachs folgte ein Kalbsfilet, welches mit einer Riesengarnele, getrüffeltem Risotto sowie Gemüse von Möhren und Roten Beten daher kam. Zum Abschluss gab es ein feines Dessert welches unter dem Arbeitstitel „Mocca und Gewürz“ firmierte. Der empfohlene Wein harmonierten sehr gut mit dem Hauptgang und selbst zum Dessert fand sich ein Wein, der mit den Aromen von Mocca, Gewürzen und getrockneten Kirschen mithalten konnte. Freilich ist das in einem Restaurant mit angeschlossenem Weinhandel nicht all zu schwer – aber bemerkenswert dennoch, wie treffsicher die Empfehlungen bei all unseren Besuchen bisher waren.
Ein einziges kleines Manko war die Fleischlastigkeit der Karte, heutzutage darf man schon ein vegetarisches Hauptgericht erwarten. Auf Nachfrage wurde dann auch spontan eine leckere Gemüseplatte kreiert und unsere Begleitung fand offenbar großes Glück in den als Vorspeise angebotenen Ziegenkäseravioli.
Auf jeden Fall steht die Vinotheque neben dem Alexxanders und der Villa Esche an der Spitze meiner Favoritenliste in Chemnitz.
Neben diesen fallen Resturants wie das Scala, wo man auch ganz ordentlich kocht, dann doch etwas ab. Negativ fiel mir dort kürzlich vor allem die wenig inspirierende Auswahl an Desserts auf und neben durchaus Herausragendem kommt dort eben auch immer mal Durschnittliches auf den Teller.
Sehr positiv überrascht war ich vor einigen Wochen hingegen vom Restaurant Opera im Chemnitzer Hof. Das Essen mundete uns ganz vorzüglich und auch eine exzellente Weinbegleitung dazu sorgte für viel Freude. Mal schauen, ob sich diese Qualität bei einem wiederholten Besuch bestätigt, wir werden das sicher bald noch einmal probieren.
Ebenfalls recht gut haben wir übrigens neulich auch im Ronnys auf dem Kassberg gegessen, sicher insgesamt etwas einfacher, aber die Steinpilzravioli hatten schon Klasse und auch hier sollte man öfter mal vorbeischauen.
Apropos vorbeischauen, die Agenda wird ohnehin immer größer, etwa durch einen Blick in den bei Slowfood langsam wachsenden Genussführer und natürlich in die bekannten Listen der großen Guides wie Feinschmecker, Michelin etc. In Sachen Genuss hat sich in den letzten Jahren in der Region doch enorm viel getan und man kommt mit den Restaurantbesuchen nicht mal ansatzweise hinterher. Vielleicht wird es doch langsam Zeit, professioneller Restaurantkritiker zu werden – Sponsoren mögen sich bitte melden!
Übrigens wird es heute abend auch noch ein ganz feines Essen bei Muttern geben: Gulasch mit Tobinampur und gebackenen Klößen, ein uraltes Familienrezept aus Zeiten in denen Tobinampur noch kein Trendgemüse war, sondern einfach so im Garten wuchs. Ja, auch richtig gute Hausmannskost kann Freude machen!

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