Shopping im Spielzeugland und lecker Essen im Kleinen Vorwerk

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Objekt der Begierde (Bild: Seiffener Hof)

Schon lange trieb uns das Vorhaben um, rechtzeitig vor der Weihnachtssaison ganz ungestört und in Ruhe in Seiffen Weihnachtskram einzukaufen. Nun, diesen Zeitpunkt haben wir ganz offensichtlich verpasst, als wir an Halloween, früher bekannt als Reformationstag, nach Seiffen kamen. Neben uns hatten gefühlt weitere Tausend Leute die gleiche Idee!

Aber schon nach zwei drei Läden gewöhnt man sich ans Gedrängel und beginnt, den Irrsinn um sich herum als Normalität anzunehmen. Bald stellt sich zudem ein erster Erfolg ein – Muttern erwirbt den Grünhainichener Engel mit dem Bassfagott. Wir beschließen folgerichtig, uns bei einem Kaffee zu erholen. Leider ist uns im Bunten Haus kein Service vergönnt. Es ist aber eigentlich verständlich, dass man bei all den Massen nicht mit jedem Depp Umsatz machen muss. Unweit finden wir dann doch noch ein nettes Cafechen, sogar mit angeschlossenem Fachgeschäft für Weihnachtskram. Nach leckerer Torte schlägt Muttern gleich noch mal zu, ein großer Seiffener Engel mit Kerzen muss mit nach Hause.

Ich wiederum werde nun langsam unruhig, denn ich bin auf der Suche nach der einzig wahren Pyramide. Zwar wurden schon interessante Exemplare gesichtet, aber der ganz große Wurf ist es noch nicht. Irgendwann zwischen dem 20. und 30. Fachgeschäft gelingt es Ron immerhin, einen schönen Schwibbogen zu kaufen, der das Wohnzimmer zieren soll. Wir laufen nun Richtung Ortsrand, die Massen bleiben zurück, die Läden werden leerer. Bis zum Seiffener Hof wollen wir noch gehen und siehe da, hier findet sich noch eine kleine feine Pyramidenmanufaktur. Nach kurzem Gespräch mit dem kompetenten Teil der Belegschaft wird klar – hier kann uns geholfen werden! Schnell werden wir uns einig, ein hölzerner Grundkörper wird ausgesucht, bunte Figuren sollen es sein und ein Lattenzaun! Wir lassen die Adresse dar und harren frohgemut der baldigen Lieferung unserer ganz persönlichen  Pyramide!

Auf dem Rückweg kommen wir noch an einem kleinen Lädchen mit Miniaturen in Zündholzschachteln vorbei, natürlich nicht ohne dass die Mitreisenden schwach werden. Nun wird es langsam dunkel und wir genießen noch ein wenig die gemütliche vorweihnachtliche Stimmung in dem hübschen Spielzeugdörfchen.

Der Heimweg führt uns über Sayda (mit y!), wo ich das Kleine Vorwerk ausgekundschaftet habe. Im Dunkeln erkennt man zwar nur einen Teil des Geländes, aber alles sieht sehr gemütlich aus. Auch im Gasthaus gibt es gemütliche Räume. Wir finden Platz im Wintergarten und sitzen auf auf einem kleinen Bächlein, welches durch den Raum fließt. Die Speisekarte macht einen sehr guten Eindruck, es gibt bodenständige Küche mit dem gewissen Pfiff. Das Essen enttäuscht die Erwartungen nicht. Alles ist überaus lecker und man fragt sich wieder mal, warum man nicht in allen Gasthäusern so gut isst. Bei Holundersuppe, Böhmischer Sauerkrautsuppe, Carpaccio vom Erzgebirgshirsch, Sülze vom Eisbein sowie einem herrlichen Wildgulasch lassen wir es uns gut gehen. Der Wildgulasch ist geschmort in Fliederbeerensaft und kommt mit Speck-Pilzschaum und hausgemachten Rote Bete Semmelknödel auf den Tisch – herrlich. Dazu gibt es leckere Biere aus Meissen und Rechenberg. Nach Desserts und feinen Obstbränden sind wir wohlig satt und zufrieden. Fast schade, dass wir hier nicht übernachten, aber das holen wir ganz sicher bald mal nach, denn in der Gegend lässt es sich auch trefflich wandern!

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