Unterwegs im Südharz

G7X_160521_IMG_6398Mit unseren wunderbaren Leipziger Wanderfreunden waren wir ein Wochenende unterwegs im Südharz.

Zunächst starten wir jedoch am Freitagabend in Leipzig. Auf der hippen Karl-Heine-Straße fühlt man sich als Chemnitzer zunächst etwas deplatziert, aber nach ein paar spanischen Bieren und leckeren Tapas im La Cantina entspannt man sich und lässt sich auf die Lebensart der Armutshauptstadt ein. Das umliegende Viertel, welches wir auf dem Weg zu unserer Pension Plagwitz durchqueren, hat noch viel Potential, aber eben auch eine Menge Charme. Der Provinzler kommt aus dem Staunen gar nicht mehr raus,  was in dieser Stadt alles möglich ist. Die Pension selbst hat ihre besseren Zeiten hinter sich, funktioniert aber.

Anderntags stehen wir uns zunächst beim angesagten Feinbäcker um die Ecke die Beine in den Bauch um etwas Wanderproviant zu erwerben und sind froh, dass uns als Fremden von den preisgekrönten Köstlichkeiten überhaupt zugeteilt wird. Sodann begeben wir uns zum Treffpunkt, der Mietvilla von Ilka und Katrin mit großem Park  – unfassbar, dass man sowas für faires Geld bewohnen kann. Gemeinsam geht es nun nach Nordhausen, der Stadt des Schnapses und Ausgangspunkt unserer Tour. Unweit der Schnapsfabrik begeben wir uns in Luthers Fußstapfen. Vorbei am eingezäunten Park der vergangenen Landesgartenschau durchqueren wir die Stadt, die kaum bemerkenswert ist. Nach dem Verlassen des Ortes wird der Weg bald wunderbar. Ein herrlicher Wiesenpfad vorbei an alten Obstbäumen und Blicke weit ins Land bis zum Kyffhäuser – so macht Wandern Spaß. Wir bestaunen Karstlöcher im Wald und durchqueren urige Dörfer sowie schöne Täler und weite Buchenwälder. Vor Stempeda machen wir üppig Rast. Neben den Referenzbrötchen und Keksen aus der Feinbäckerei gibt es noch viele andere Leckereien. Wenig später kehren wir noch an der Wolfsmühle auf Eis und Kaffee ein, bevor uns ein langer zäher Anstieg  bergan führt. Wir folgen einem schönen Tal, welches sich weiter oben zu lichten Wiesen weitet bis wir den Stolberger Ortsteil Hainfeld erreichen, der inmitten herrlicher weiter Bergwiesen liegt. Nach weiten Wiesen und schönen Buchenwäldern erreichen wir bald einen Waldrand und direkt unter uns liegt die alte Fachwerkstadt Stolberg, die wir auf einem malerischen Wiesenweg steil bergab erreichen. Nach kurzer Erfrischung im Hotel Kanzler bummeln wir noch ein wenig durch die Stadt hinauf zum Schloss, wo wir bei einem Radler die Aussicht genießen. Zum Abendessen im Hotel gibt es für mich eine regionale Spezialität, die Stolberger Lerchen – fettreiche schlanke Bratwürste ganz nach meinem Geschmack.

Anderntags erinnert das Frühstück im großen Saal des Hotels ein wenig an FDGB-Ferienheim. Es fehlt zwar an nichts, aber das Ambiente ist doch recht putzig. Auf schönem Weg durch den Ort verlassen wir Stolberg und erreichen auf anderem Wege wiederum Hainfeld. Von hier an bleiben wir lange auf einem schönen Höhenweg durch Wälder und herrliche weite Wiesen bis wir zur Talsperre Neustadt wieder herabsteigen. Nach kurzer Rast laufen wir weiter über schöne Waldwege mit Pfützen voller Molche wieder bergan, bis wir den Poppenberg erreichen. Vom Turm hat man eine tolle Aussicht bis hin zum Brocken. Selbigen sehen wir aber auch später noch mal am Brockenblick. Kurz vor unserem Zielort Netzkater bestaunen wir noch den Dreitälerblick, der allerdings unter dem Gedröhn unzähliger Biker leidet, die die Talstraßen als Rennstrecke nutzen. Schade um die schöne Gegend. In Netzkater steigen wir nach kurzer Pause in die Harzquerbahn, die zu Eriks großem Bedauern leider als schnöder Triebwagen ganz ohne Dampflokherrlichkeit unterwegs ist. Bald sind wir zurück in Nordhausen wo wir ganz zufällig in ein Parkfest im Park Hohenrode geraten. Bei Bratwurst und leckerem hausgebackenen Kuchen faulenzen wir eine ganze Weile im Park herum. Auf dem Rückweg zum Auto entdecken wir eine überraschend schöne Altstadt in Nordhausen, die aber offenbar auch erst in allerjüngster Zeit wieder zu alter Pracht gefunden hat. Zur Krönung der Völlerei gibt es nun noch ein Eis. Ja, so schön ist das Wandererleben. Wenig später müssen wir schon wieder Abschied nehmen von unseren wunderbaren Leipzigern. Bis bald!

Strecke: Nordhausen Stolberg ca. 24 km (Link zum Track) und Stolberg Netzkater 17 km (Link zum Track)

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