Was blüht uns denn heute?

Die Saison im Kleinstgarten geht nun dem Ende entgegen und in Bälde wird der Weihnachtsbaum aufgestellt werden. Nunmehr sind auch die letzten schutzbedürftigen Kübelpflanzen im Haus verstaut – eine Unternehmung, die jedes Jahr wieder einem Wunder gleicht und nur durch beherzten Rückschnitt zu bewältigen ist. Bis eben blühte draußen auch noch das Abutilon Megapotamicum mit seinen gelb-roten Glocken – offenbar hat es die leichten Fröste Anfang Oktober gut überstanden, wie es auch die Fachliteratur vorhergesagt hatte.
Jetzt blühen draußen in den Kübeln der frostharten Pflanzen noch vereinzelte Löwenmäulchen, eine gelb-grüne Rudbeckia sowie ein leuchtend gelbes Fingerkraut. Auch der Rosmarin, der nur bei den stärksten Frösten ins Haus kommt, beginnt allmählich, sich mit blauvioletten Blüten zu bedecken. In der Leere des frühwinterlichen Balkons kommen letzte leuchtend orange Blüten der Agastache „Firebird“ voll zur Geltung, hoffentlich kommt die nächstes Jahr wieder, mal sehen, ob sie es schafft, sich auszusäen oder sonstwie über den Winter zu kommen. Schließlich wären noch die dekorativen Fruchtstände der Clematis zu erwähnen, die nunmehr die zahllosen gelben Blüten in ebenso großer Zahl abgelöst haben.
Drinnen tut sich momentan nicht viel, auch die Amaryllis machen noch keine Anstalten, aus ihren Zwiebeln herauszukriechen. Lediglich der Hibiskus lässt noch immer Blüten treiben, was mich daran hindert, ihn endlich mal auf ein zimmerkompatibles Format zurückzuschneiden.
Damit ist nun im Kleinstgarten Ruhe eingekehrt, aber es sind es ja auch nur noch wenige Monate, bis hier von den ersten Frühblühern zu berichten sein wird.

La Gomera

Zwei wunderschöne Wochen auf La Gomera, der zweitkleinsten der kanrischen Inseln, liegen nun hinter uns. Bei wunderschönem Hochsommerwetter war zwei Wochen Zeit für ausgiebige Wanderungen, Wellenbäder, Rumfaulen am Strand und natürlich auch zum Herumsitzen in Cafes und Restaurants bei leckerem Essen.
Die Landschaft auf La Gomera ist geprägt von vielen tief eingeschnittenen und spektakulären Canyon-artigen Tälern. Im Gegensatz etwa zu El Hierro findet man hier keine Spuren von jungem Vulkanismus, so dass auf La Gomera wesenlich mehr Zeit für Verwitterung und Erosion war und sich die Barrancos tief in die bis zu 1500 m hohen Berge einschneiden konnten. Die gesamte Inselmitte ist dicht bewachsen von einem urigen Nebelurwald der Feuchtigkeit aus den nahezu immer vorhandenen Passatwolken erntet. Trotz der Wolken in der Inselmitte, sind die Ränder der Insel und somit die wenigen Strände, vor allem im Süden und Westen praktisch immer wolkenfrei. Bei vielen Wanderungen ergeben sich von La Gomera beeindruckende Ausblicke auf die Nachbarinsel Teneriffa mit dem mächtigen Vulkanberg Teide, teilweise sieht man auch El Hierro und La Palma.
Die schönste Ecke der Insel ist neben der lebendigen Inselhauptstadt San Sebastian das Valle Gran Rey. Hier finden sich auch die schönsten Strände und man spricht mehrheitlich deutsch. Einziges Problem, zwischen unserem Quartier in San Sebastian und dem Valle Gran Rey liegt trotz der geringen Größe der Insel eine Stunde Fahrzeit mit dem Auto. Überhaupt ist Autofahren auf der Insel ätzend, da es wohl nahezu keine 100 m Straße gibt, in denen keine S-Kurven lauert und man sich, um von A nach B zu kommen praktisch immer 1000 m rauf und wieder runter schrauben muss – vielleicht sollte man mal ein paar Schweizer Tunnelbauer nach La Gomera schicken.
Aber zurück zum Valle, hier haben wir die schönsten Strandnachmittage am Playa del Ingles sowie ungezählte Stunden an der kurzen aber sehr lebendigen Strandpromenade zugebracht, wo es neben deutschen (!) Kuchen und Torten auch köstlichste Tapas in großer Auswahl im Restaurant Mango gab. Zudem gab es im Valle auch einen wunderschönen Obstgarten, wo mehr als 150 tropischen Obstsorten angebaut werden, die man bei einer überaus lehrreichen Führung teilweise auch verkosten kann.
Dagegen ist die Inselhauptstadt San Sebastian fest in der Hand der Einheimischen und man kann bei einem Dorada in der Fussgängerzone oder vor dem „Palast“ (erinnert an den „Palast der Republik“ in Stuttgart) auf der Plaza in Ruhe das quirlige Leben der Spanier an sich vorbeitreiben lassen. Unser Hotel, das Parador, lag exponiert ca. 50 m über der Inselhauptstadt und bot faszinierende Ausblicke auf Teneriffa, den Teide und natürlich San Sebastian. Einziger Kritikpunkt, der Service im Parador, das in einigen Reiseführern als „Luxushotel“ bezeichnet wurde, erinnerte stark an die Interhotels der DDR, teils recht unmotiviertes aber selbstbewusstes Personal, das praktisch keinerlei Fremdsprachen beherrschte, sorgte vor allem bei der Bestellung von Essen dafür, dass wir und offenbar auch andere Gäste, nicht immer das auf den Tellern vorfanden, was die offenbar vor vielen Jahren mal ins Deutsche und Englische übersetzte Karte versprach. Nichtsdestotrotz, ein schöner Platz um zwei Wochen zu logieren.
Schließlich offerierte uns der Reiseveranstalter auf der Rückreise noch ein deutliches Argument, warum La Gomera ein schöner Platz ist. Um die Wartezeit zwischen Fähre und Flug zu überbrücken, quartierte man uns für einige Stunden in die Lobby des „Tropical Playa“ in Las Americas ein, ein Betonbau in der 10. Reihe hinterm Strand, umgeben von unzähligen weiteren Hotels und Appartmentanlangen, die sich in ihrer Hässlichkeit gegenseitig überboten. Kurz, Massentourismus von der hässlichsten Sorte – schön, dass wir sowas auch mal sehen durften und die drei Stunden Wartezeit reichten dafür auch völlig 😉
Insgesamt bleibt festzustellen, dass La Gomera für Wanderer ein lohnendes Ziel ist und trotz der weitgehenden Abwesenheit von Massentourismus in einem angenehmen Maß auch Strandleben und ähnliche Zerstreuung bietet. So etwas bietet die uns bisher bekannte Kanareninsel El Hierro praktisch gar nicht, dafür bietet El Hierro aber noch wesentlich vielfältigere Landschaften, so dass das wohl immer noch unser Favorit auf den Kanaren ist. Vielleicht wäre auch mal ein Inselhopping interessant für die Zukunft.

Schwerin und BUGA

An diesem Wochenende fand bei phantatstischem Wetter der lang geplante Besuch der Bundesgartenschau in Schwerin statt. Zur BUGA selbst muss man nicht viele Worte verlieren, es ist ja genug darüber geschrieben worden und unter den Voraussetzungen der Lage des Ausstellungesgeländes am Schweriner See rund um das Schloss konnten die Planer fast nichts falsch machen. Insgesamt eine sehr schöne und nahezu rundum gelungen Anlage, der man nur wünschen kann, dass sie bundesweit viele Nachahmer findet und unsere Garten- und Landschaftsbauer endlich mal weg von dem ewigen Einerlei gepflegten Grüns und Bunts kommen. Im Gegensatz etwa zu Gera 2007 waren die Pflanzungen in Schwerin angenehm zurückhaltend und wohltuend. Generell war auch in Gera schon ein Trend zu Prärie- und Steppenpflanzen zu erkennen, der hier konsequent ausgebaut wurde, etwa in den wunderschönen Hügel der Gärten des 21. Jahrhunderts. Auch die historischen Anlagen des Schweriner Schlosses wurden sehr schön eingebunden und um einige schöne Rabatten ergänzt. Bei den Rabattten geht offenbar ein Trend zum bunten Mix, der gebändigt wild wirkt und trotz des scheinbaren Ducheinanders deutlich die Hand des Planers in der Zusammenstellung der Höhen, Farben und Strukturen erkennen lässt. Endgültig durchgesetzt haben sich anscheinend auch die von mir so geliebten hohen Verbenen, die dank einiger Importe aus Saxdorf inzwischen auch in Chemnitz heimisch sind und auf der BUGA massenhaft gepflanzt waren. Aber auch andere Arten, wie etwa die Agastachen, die mir aus Saxdorf und dem eigenen Garten wohlbekannt sind erfahren endlich ihre verdiente Würdigung in der Gartenpraxis. Insgesamt wirklich eine sehr runde Sache, mit nur ganz wenigen Stellen, wo man vielleicht mal „naja …“ sagen würde.
Überraschen schön auch die Gastgeberstadt Schwerin, die natürlich von ihrer reizvollen Lage zwischen den Seen profitiert, aber auch mit vielen repräsentativen Gebäuden und einer wunderschönen Altstadt zu protzen weiss. Dazu kommt eine sehr lebendige Restaurant- und Kneipenkultur, die der Stadt an einem warmen Frühherbstabend noch südländischen Charme verleiht. Ein kleiner Wermutsstropfen nur die ortsansässige Hotellerie, die den Mangel schamlos ausnutzt und ihre Gäste gnadenlos abzockt. So war man gezwungen, in Zimmern zu übernachten, die man wohl in kaum einer anderen Stadt zu diesem Preis tolerieren würde. Man kann der Stadt nur wünschen, dass ihre Hoteliers damit nicht all zu viele künftige Besucher vergraulten.

An der Zwickauer Mulde

Das Chemnitzer Umland ist ja reich an schönen Flusstälern, die Anlass für viele schöne Talwanderungen geben. Dieses Mal haben wir uns einen Abschnitt der Zwickauer Mulde ausgesucht, den man in dieser Schönheit wohl bald nicht mehr besuchen können wird.
Zunächst ging es aber erst einmal oberhalb des Muldentals von Bräunsdorf bei Wolkenburg in Richtung Penig. Nach kurzer schöner Strecke durch den Ort ging es entlang der Straße Richtung Niederfrohna, und kurz danach durch Felder in ein schönes Waldgebiet durchsetzt mit Teichen und Bächen, wir folgen eine Weile dem Forellenbach um schließlich den Weg zur Lochmühle in Tauscha einzuschlagen. Diese liegt noch ruhig in einem Tal, ringsum werden jedoch bereits gewaltige Brücken errichtet, die bald die neue Autobahn nach Leipzig tragen werden. Dann ist dort und an weiten Teilen dieser Wanderung sicherlich Schluß mit Ruhe und schöner Natur. Von dort ging es nun über den Berg direkt nach Penig, ein stellenweise ganz hübsches Kaff, aber wie all diese ostdeutschen Klein- und Kleinststädte wenig lebendig. Unweit des Marktes treffen wir auf die Mulde entlang derer wir jetzt den Rückweg auf der linken Flußseite Richtung Wolkenburg wandern. Es geht durch beschauliche Tallandschaften, bei Thierbach wechseln wir die Flusseite und erreichen den wohl malerischsten Abschnitt dieses Stücks Muldental, mit weiten Flussauen und majestätischen großen Bäumen. Schon bald erreichen wir Wolkenburg, prächtig steht die Schloßkirche am Berg über dem Tal. Nach kurzem Weg duch Wolkenburg geht es auf einen Wanderweg der uns durch ein schönes Nebental wieder bergauf nach Bräunsdorf führt. Kurz vor dem Ort weitet sich das Tal zu einer malerischen Wald- und Wiesenlandschaft in die sich die ersten Höfe von Bräunsdorf harmonisch einfügt und die uns weit durch den Ort begleitet. Schließllich erreichen wir die Teichmühle Bräunsdorf, wo wir die Wanderung mit einem deftigen Essen ausklingen lassen.

Im Tal der Zwönitz

Am letzten Wochenende führte uns eine Wanderung in das Tal der Zwönitz. Wir starteteten von der Topfmarktscheune in Burkhardtsdorf, wo wir am Ende der Tour auch eingekehrt sind. Zunächst ging es aber erst mal bergauf, nämlich den steilen Berg zur Besenschänke, die wir aber links liegen lassen und weiter bis zum Gewerbegebiet von Gelenau wandern. Dort verlassen wir den Wald und gehen weiter auf einem Höhenzug mit wunderbaren Ausblicken in die benachbarten Täler und auf die Berge des Erzgebirges. Wir folgen dem Höhenweg bis nach Weißbach.
Nach kurzer Einkehr geht es steil hinab nach Dittersdorf, bis wir das Zwönitztal erreichen. Dort geht es auf malerischen Wegen immer am Fluss entlang bis wir wieder Burkhardtsdorf erreichen. Das letzte Stück folgt der Hauptstrasse, was aber dank einer Baustelle kein Problem war, da die Straße gesperrt war.
Zurück in der Topfmarktscheune erwartet uns eine leckere bodenständige Küche, die Karte verspricht sorgfältig ausgewählten Zutaten, was man in der Tat auch schmeckt. Nicht nur auf Grund der konsequenten Nutzung hochwertiger und regionaler Zutaten kann man dieses urige Gasthaus empfehlen.

Was blüht uns denn heute?

Auch im Kleinstgarten ist mal wieder einiges passiert: Die Fuchsien stehen in voller Blüte und harmonieren schön mit dem kleinblütigen Geranium, den ebenfalls kleinblütigen wunderschönen Mini-Tagetes sowie dem Kongo-Lieschen (Impatiens), welches sich momentan mit Blühen völlig verausgabt.
Die wunderschönen Lilien sind leider schon verblüht, aber im gleichen Kübel übernehmen nun vielfarbige Astern die Regie. Auch der üppige Blütenflor der Blattkakteen ist vorbei, in deren Ampel haben sich aber dafür nun schöne hellgrün blühende Ziertabak-Pflanzen entwickelt. Diese tauchen ohnehin an den unmöglichsten Stellen auf und wie so oft zeigt sich, dass sich manche Pflanzen an Zufallstandorten wesentlich wohler fühlen, als da, wo man sie absichtlich hinpflanzt. Es ist immer wieder erstaunlich, wo alles Pflanzen wachsen, die sich offenbar selbst ausgesät haben, gerade die Fugen der Platten auf der oberen Terasse bieten offenbar günstige Lebensräume für so manche schöne Pflanze. So kommen offenbar auch die schönen violetten Verbenen recht zuverlässig durch Selbstaussaat wieder und bereichern jetzt den Kleinstgarten durch ihre Blüten, die über dem Garten zu schweben scheinen.
Erstmalig seit vielen Jahren steht in diesem Jahr auch der Enzianstrauch (Solanum rantonetti) in voller Blüte, offenbar habe ich endlich mal einen hinreichend sonnigen Standort gefunden. Ebenfalls in voller Blüte sind jetzt die beiden Abutilon (Schönmalve), die nun bis zum Frost zuverlässig durchblühen werden.

Domstufenfest Erfurt

Nach mehreren Anläufen hatten wir es nun geschafft, mal Karten für das Domstufenfest in Erfurt zu bekommen, was zugleich auch Anlass war, der Landeshauptstadt des Bratwurstlandes einen Besuch abzustatten.
Der Abend begann sehr angenehm in einem Restaurant auf dem Petersberg, wo man eine wunderbare Aussicht auf die Altstadt von Erfurt und den Domplatz hat. Ebenda finden ja auch die Domstufenfestspiele statt, so dass wir direkt vom Essen zur Aufführung spazieren konnten. Man gab die Carmina Burana von Carl Orff mit einem sehr farbenprächtigen Bühnenbild welches schön mit den umgebenden Domgebäuden harmonierte. Die Musik wirkte anfänglich etwas distanziert, verstärktes unter Open Air Bedingungen klingt halt nicht wie im Konzertsaal, zumal allerlei Umgebungsgeräusch störte. Nach einiger Zeit Gewöhnung an den Klang war es aber dann doch eine sehr schöne Aufführung, zumal die Vertonung dieser Sauflieder von Orff ja eine schöne Abfolge von Ohrwürmern ist, wo man beinahe mitsingen und tanzen möchte.
Nach dem Konzert fanden wir dann noch einen lauschigen Biergarten in der bemerkenswert lebendigen Altstadt, wo wir den wunderschönen warmen Sommerabend angenehm ausklingen lassen konnten.
Am nächsten Tag besuchten wir dann noch den Nationalpark Hainich mit dem wundervollen Baumkronenpfad und das naheliegende Bad Langensalza, ein schönes lebendiges Städtchen mit einer gut erhaltenen historischen Altstadt.

Mal wieder im Zschopautal

Vor nunmehr zwei Wochen haben wir mal wieder ein weiteres Stück im Zschopautal erwandert: Von Niederwiesa ging es Richtung Braunsdorf, wo wir auf die Zschopau stießen, deren Verlauf wir bis Flöha folgen. Dabei geht es immer am Fluß entlang erst vorbei an alten Industriedenkmälern, später entlang der Steilhänge des Finkenmühlengebietes und danach durch die weiten Auen bei Flöha, wo man den nun schon nicht mehr ganz neuen Bau des Flöhaer Gymnasiums bewundern kann, der auf Stelzen den Hochwassern trotzen soll. Schließlich enden die Auen und die Stadt Flöha beginnt am Zusammenfluss von Flöha und Zschopau.
Auf dem folgenden Abschnitt durch die Stadt verlieren wir des öfteren den Fluss aus den Augen, denn leider gibt es keinen durchgehenden flussbegleitenden Weg. Nach der Baumwollspinnerei zeigt sich Flöha erstaunlich schön, mit Parks und alten Villen. Wir folgen dem Flussverlauf bis zu einem großen Wehr. Dort verlassen wir dann auch schon wieder das Zschopautal und durch Wälder geht es auf den Berg und von dort über Wiesen und Felder nahe Euba zurück nach Niederwiesa. Auf dem Weg hinunter in den Ort gibt es viele schöne Ausichten auf Niederwiesa, das Zschopautal sowie Schloss und Park Lichtenwalde. Niederwiesa selbst empfängt uns von seiner dörflichen Seite und rasch kommen wir zurück zu unserem Ausgangspunkt, wo wir bei Freunden noch schön gegrillt haben.

Was blüht uns denn heute?

Vom Kleinstgarten wurde hier lang nicht mehr berichtet, das soll nunmehr nachgeholt werden. Mittlerweile ist schon wieder so manche schöne Blüte verblüht, etwa die spektakulären Riesenblüten der Blattkakteen (Phyllocactus), der prächtige Salbei, die zarten Blüten des Schnittlauchs und auch an die ersten Lilien erinnert nur noch eine einzelne leuchtend orange Blüte.
Und was blüht uns heute? Der Schnittknoblauch mit seinen weißen Kugelblüten. Ein hängender Thymian. Der violette Osterkaktus, nun schon zum zweiten Mal. Ein weiterer Phyllocactus. Hauswurze (Sempervivum) in allen Formen und Farben. Die strahlenden Blüten der Passionsblumen in rot und blau (Passiflora murucuja und cerulea). Verschiedene Fuchsien beginnen aufzublühen. Das Kongolieschen (Impatiens congo cackatoo) steht in voller Blüte. Die im Frühjahr erst gepflanzte Clematis tangutica bedeckt mit ihren gelben Glöckchen schon die ganze Wand und auch die ersten dekorativen Fruchtstände zeigen sich. Kapuzinerkresse in allen Varianten von gelb, orange und rot und den wildesten Mischungen daraus, momentan der absolute Blickfang. Ein kleines violettes Geranium und ein hoch kletterndes Geranium mit leuchtend roten Blütenkugeln. Der Christusdorn blüht. In den Töpfen der Sukkulenten und aus allen Ritzen blühen Hornveilchen und diverse kriechende Steingartenpflanzen. Ein schöner Schlafmohn, der sich zuverlässig selbst aussät. Mit den Wicken, Cosmeen, Löwenmaul,, Mandelröschen und den kleinblütigen Tagetes beginnen die ersten Sommerbumen. Der Enzianstrauch beginnt ebenso zu blühen wie der Agapanthus. Und aus alle Ecken wächst der Erdbeerspinat, dessen „Blüten“ eine nette essbare Dekoration leifern. Auch das ebenfalls als Salat essbare Eiskraut zeigt die ersten violetten Blüten.

Fränkische Gastlichkeit

Angeregt durch einen Blogeintrag bei „Nachgesalzen“ verbrachten wir das Wochenende im Gasthof Gentner, gelegen in Franken, am Westrand des Naturparks Altmühltal.
Der Gasthof Gentner ist ein Landgasthof, wie man ihn sich nur wünschen kann. Schöne alte Gebäude, individuell und liebevoll eingerichtete großzügige Zimmer ohne unnötigen Schnickschnack, ein überaus freundlicher und zuvorkommender Service sowie tadelloses Essen sorgten dafür, dass sich schnell das einstellte, was das gebuchte Arrangement „Wohlsein“ verhiess – nur selten haben wir uns in einer Unterkunft so rundum wohl gefühlt.
Die fränkisch geprägte Küche des Gasthof Gentner verarbeitet viele regionale Zutaten bis hin zu Kräutern und Blüten vom Wegesrand. So wurde uns am ersten Abend ein bodenständiges regionales Menü serviert, welches aus einer göttlichen Rahmsuppe mit Räucherfisch, einem Sauerbraten mit Spätzle sowie Eis vom Mädesüß bestand. Das Menü am zweiten Abend war dann eher festlich, ein sommerlicher Salat mit allerlei Kräutern, Lachsfilet auf Gnocchi mit einer leichten Rahmsoße, Entenbrust mit einer Semmelterrine und schließlich Panna cotta und ein Sauerrahmeis. Alles war perfekt zubereitet auf einem Niveau, wie man es wohl nur selten in einem Landgasthof findet. Man würde sich wünschen, mehr solche Gasthäuser zu finden, die eine solche bodenständige und regional verwurzelte Küche derart perfekt aber abseits jeglichen Feinschneckerrummels servieren.
Das nahe gelegene Altmühltal bot uns natürlich auch Gelegenheit zu ausgedehnten Wanderungen. Ganz nach meinem Geschmack waren die vielen Wiesenwege, auf denen wir auf ausgedehnten, von vereinzelten Wacholdern durchsetzte Trockenrasenflächen, stets an den Hängen die Täler der Altmühl und ihrer Nebenflüsse durchwandern konnten. Eine große Runde drehten wir bei Solnhofen, vorbei an Steindrüchen, malerischen Felsen und eben wunderschönen blühenden Wiesen voller Schmetterlinge. Da uns das für einen Tag noch nicht genug war, schlossen wir noch einen Klettersteig an, den Oberlandsteig bei Konstein. Dieser hat zwar mit alpinen Klettersteigen wenig gemein, bot aber doch Raum für anstrengende und teils auch recht anspruchsvolle Kletterei. Schließlich umwanderten wir am zweiten Tag noch das schöne Residenzstädtchen Eichstätt, wiederum meist auf wundervollen Wiesenwegen. Insgesamt eine sehr schöne Landschaft, der man sicher noch mal etwas mehr Zeit widmen sollte.