Ostern, Gastronomie und was sonst so passierte

Mittlerweile gibt es doch wieder so einiges zu berichten, weshalb ich mich hier mal wieder frohgemut ans Werk mache.
Zunächst mal, waren wir mal wieder sehr gut essen, und zwar in der Villa Esche. Da ist nichts dazu zu sagen, Essen und Service waren tadellos. Nur eines verstehe ich nicht, warum in allen Restaurantführern immer wieder die Villa Esche allein auf weiter Flur steht und zum Beispiel ein zumindest ebenbürtiges Alexxanders gar nicht erwähnt wird …
Auch das Janssen bekam neulich mal wieder Besuch von uns. Dort hat es uns zwar geschmeckt, aber der Service war an diesem Abend absolut unmöglich, da hat man dort wahrlich schon Besseres erlebt. Es geht einfach nicht, dass das Personal ab 10 uhr abends nur noch mit Aufräumen beschäftigt ist, während die Gäste auf dem Trockenen sitzen.
Das fabelhafte Wetter bot uns Gelegenheit, rund um Moritzburg eine ausgedehnte Wanderung durch eine sehr abwechslungsreiche Teich- und Hügellandschaft zu unternehmen. Das Schloss und die verschiedenen Gebäude in seiner Umgebung bedürfen sicher keiner Werbung, deshalb sei hier noch mal ausdrücklich auf das wunderschöne Umland hingewiesen. Übrigens lässt auch die gastronomische Versorgung dort nichts zu wünschen übrig, da könnte sich manch andere Ausflugsregion mal inspieren lassen.
Wir waren nämlich am Ostersamstag wandern. Und zwar im Flöhatal, von Pockau nach Hohenfichte. Auch das ein sehr schöner Weg, immer im Tal der Flöha und bis auf den ersten Abschnitt auch ohne nennenswerte Anstiege. Es gibt eine abwechslungsreiche Tallandschaft, mit überraschend vielen alten Industriebauten und Kraftwerken am Fluss, teils schön saniert, teils aber auch in erbärmlichem Zustand. Dazwischen immer wieder ruhige Tallandschaften und vor allem kaum Straßen. Aus den geplanten 15 km wurden zwar 27, woraus wir lernen, dass Bahn- und Wanderstrecke doch deutlich voneinander abweichen können, aber letzlich war das für alle gut zu bewältigen. Bedauerlich nur, dass es uns, obwohl wild entschlossen, nicht gelang, in der ortsansässigen Gastronomie Umsatz zu machen. Es gab nämlich schlicht keine. Am ganzen Weg fanden wir nur zwei Wirtschaften, davon war eine überfüllt, die andere hatte geschlossen. Ja, warum soll man an so einem traumhaften Feiertag, wo unzählige Wanderer und Radler das Tal bevölkern, auch seine Kneipe aufmachen. Statt dessen zieht es der gemeine Gastronom offenbar vor, rumzujammern dass die Umsätze zurückgehen (so gelesen am Tag nach Ostern in der Sächsischen Zeitung). Tja, da kann ich nur sagen, ihr geht zu Recht pleite …
Anonsten kamen Ostern die kulinarischen Genüsse dann doch nicht zu kurz, schließlich fand ich mal wieder Zeit zum Kochen. Aufgetischt wurden eine sehr delikate Gazpacho (kalte Gemüsesuppe), diverse Tapas und eine schöne saftige Lammkeule nach mallorquinischer Art (mit viel Zitrone, Zwiebeln, Tomaten und natürlich Knoblauch). Zur Abrundung sollte es noch „molekulare“ Desserts geben, von denen aber der molekulare Teil komplett misslang. Immerhin hab ich jetzt auch verstanden wieso, die Physikochemie der Küche erlaubt halt keine Kreativität und ansonsten gab es auch noch einen Fehler im Rezept. Von molekularer Küche wird man hier sicher bald noch mehr lesen, denn ich habe mir auch noch einen Schaumschläger, neudeutsch Espuma (vulgo Sahnesiphon) zugelegt.
Auch die geistige Erbauung an Ostern kam in Form einer sehr schönen Aufführung der Matthäuspassion in der Kreuzkirche über uns.
Nicht zuletzt sei erwähnt, dass der Kleinstgarten bei dem warmen Wetter der letzten Wochen geradezu explodiert ist, und die Blüte von Krokussen, Traubenhyazinthen, Narzissen und Tulpen beinahe an aufeinanderfolgenden Tagen zu beobachten war. Leider hat die schöne Clematis den harten Winter nicht überlebt, aber dann hab ich wenigstens Platz für die gelbe Clematis tangutica, die schon lange auf meiner Wunschliste steht 😉

Über allen Gipfeln ist Ruh …

Über allen Gipfeln
Ist Ruh, In allen Wipfeln
Spürest du
Kaum einen Hauch;
Die Vögelein schweigen im Walde.
Warte nur, balde
Ruhest du auch.

So erlebt dieser Tage auf dem Kickelhahn bei Ilmenau, eine Wanderung durch tiefen frischen Schnee, durch frisch verschneiten märchenhaften Winterwald auf olle Goethes Spuren. Durch das malerisch gelegene Manebach bis in das, trotz zahlreicher Studenten, sehr verträumte Ilmenau. Das war zweifelsohne der Höhepunkt eines Kurzurlaubs in Thüringen, im Jagdhaus Gabelbach bei Ilmenau. Endlich konnte ich auch mal Erfurt besichtigen, eine wirklich schöne Stadt, die nach einem wiederholten Besuch bei eher sommerlichem Wetter ruft. Ansonsten Märchenwald, so weit das Auge reicht, in den Orten Schneeberge, weit höher als der Autor und dazwischen vereinzelt wirklich schöne Ortschaften mit vielen schönen Häusern, leider nicht immer im besten Zustand. Sehr ambivalent erscheint Oberhof, punktuell sehr nett und quirlig, daneben schreckliche Bausünden der DDR, schöne alte Häuser und eine Kirche versteckt hinter Neubauplatten – warum darf denn sowas 20 Jahre nach der Wende immer noch das Stadtbild zerstören?
Heimwärts durch das Schwarzatal, in Schwarzenburg sehen wir ein anderes schreckliches Erbe der DDR, eine Burg in phantastischer Lage, deren einstige Pracht nur noch zu erahnen ist, die kümmerlichen Reste erhalten wohl jetzt zumindest eine Notsicherung. In wesentlich besserem aber immer noch schlechten äußeren Zustand die Heidecksburg in Rudolstadt, aber dafür gibt es dort immerhin ein wundervoll gelegenes Cafe, hoch über der Stadt mit Blick über die schöne Altstadt bis weit in das Saaletal.
Auf jeden Fall wird Thüringen mich jetzt öfter sehen, nicht nur wegen der Bratwürste.
Dazu hören wir die Jazz-Suiten von Shostakovich und verdauen ein köstliches Ossobuco 🙂

Weihnachten

Tja, das Fest der Freude und Besinnlichkeit, wie man sie dieser Tage sehr schön in den Supermärkten und Einkaufszentren beobachten kann.
Es ist schon seltsam, zu beobachten, dass so mancher dieses Fest zum Anlass nimmt, seine Kontaktlisten abzuarbeiten und all den Leuten, die man das ganze Jahr weitgehend ignoriert hat, eine wenig individuelle Grußbotschaft zu übermitteln.
Auch ich habe wie viele andere die Vorweihnachtszeit ausgiebig genutzt, um mal wieder etwas bodenständige Kulinaria aus dem Angebot der Weihnachtsmärkte in mich hineinzustopfen. Letztlich zeigen sich auch hier erhebliche Qualitätsunterschiede, so dass es gute Gründe gibt, immer wieder auf die selben bewährten Anbieter zurückzugreifen. Meine Favoriten der Weihnachtsmarktschlemmerei sind ganz klar die gebratenen und gesottenen Würste der ungarischen Fleischerei, das Knoblauchbrot vom Mittelaltermarkt, Backfisch und natürlich der Langosz, das Ganze abgerundet mit ein paar Krapfen. Versuche an anderen Ständen waren wenig glücklich, von geschmacksarm bis arg magenquälend reicht die Palette der Ergebnisse. Insbesondere sei von diversen Mega-Bratereien abgeraten, die ein recht liebloses Potpurri von Fleischvariationen anbieten, deren einziger gemeinsamer Nenner wohl die Profitmaximierung ist. Von zwei getesten Speisen fielen auch prompt zwei durch. Interessant ist der russische Stand, die Produkte sind sehr lecker, allerdings sollte man zwischen Bestellung und Übergabe der Ware besser nicht allzu scharf hinsehen, russisch eben …
Auf einem ganz anderen Niveau kocht man im Pattis. Ich könnte jetzt frech behaupten daselbst erstmalig in einem Sterne-Restaurant gegessen zu haben, aber das ist nur die halbe Wahrheit, denn wir besuchten nicht das Feinschmeckerrestaurant Pattis sondern das daneben befindliche Restaurant Vitalis, welches aber von der gleichen Küche beschickt wird. Mal von einigen Patzern beim Service abgesehen, war der Abend wunderbar, zum hervorragenden Menü suchte uns das Personal eine sehr leckere Weinbegleitung aus. Insgesamt war das Ganze zudem für die gebotene Leistung spektakulär billig. Allerdings bin ich nun natürlich erst recht neugierig, ob der Unterschied zur benachbarten Sterneküche nur noch in der aufwändigeren Dekoration besteht oder ob man da geschmacklich auch noch mal einen Sprung macht. Kurz, das Pattis wird mich auf jeden Fall noch mal wiedersehen 😉
Von einer betrüblichen Entwicklung in der Chemnitzer Gastronomie wäre noch zu berichten. So machte sich jüngst bei einem Besuch im Delicate nach 22:00 Uhr ein längst vergessen geglaubter Geruch breit, der von brennenden Zigaretten. Das Personal beschied uns dann, das wäre jetzt so, nach Küchenschluss dürfe wieder geraucht werden. Hoffen wir, dass diese Unsitte nicht weiter um sich greift und noch weitere Kneipen potentielle Stammkunden verlieren. So langsam wird es ohnehin eng in Chemnitz, denn auch eine andere vormalige Stammkneipe, das Exil (vormals DiFranco deluxe) hält seit längerem die Montagsrunde mit DJ-Mugge fern.
Im Übrigen wünsche ich allen, die mich kennen und mögen frohe Festtage und ein gesundes neues Jahr bevor ich mich in einen ganz und gar nicht weihnachtlichen Urlaub verabschiede.

Novemberblüten

Was bleibt an so einem trüben Novembertag schon zu tun, als Blogeinträge zu schreiben. Die letzten Kübelpflanzen sind angesichts drohender starker Fröste in der Wohnung untergebracht und ich bin wie in jedem Jahr wieder erstaunt, wie kompakt man die doch alle nach einem beherzten Rückschnitt unterbringen kann. Draußen blüht noch die letzte Kresse, aber auch das wird wohl mit dem Wochenende endgültig vorbei sein. Immerhin ringt sich der Hibiskus in der Wohnung noch mal schöne Blüten ab, ehe er in winterliche Lethargie verfällt und auch der Enzianstrauch geruht nun im Treppenhaus endlich zu blühen, was er eigentlich den Sommer über draußen hätte tun sollen.
Gestern ist es uns nun auch gelungen, endlich mal das Scala zu testen, das neue Restaurant im Hotel an der Oper. Insgesamt war es sehr lecker, wobei ich die Vorspeisen und Suppen fast spannender fand, als die Hauptgerichte. Ein kleiner Wermutstropfen waren eine Verwechslung beim Dessert und eine etwas zu geschwätzige Bedienung, sehr positiv hingegen das Ambiente, übrigens auch das der angrenzenden Bar Mozart. Auf jeden Fall darf sich das Scala damit in die Liga der einen wiederholten Besuch werten Restaurants einreihen.
In einer ganz andere Klasse spielt übrigens das Sissi. Wie der Name schon vermuten lässt, handelt es sich dabei um etwas durch und durch österreichisches, nämlich ein Wiener Kaffeehaus, und das mitten in Chemnitz. Das Sissi ist sehr klein und sehr gemütlich, wirkt aber in dem es umgebenden Gebäude (Parkhaus) merkwürdig deplaciert. Auf jeden Fall kann man dort lecker eine Vielzahl von Kaffeevariationen, Torten und kleinen Speisen geniessen, allerdings zu Preisen, die man eher im Zentrum Wiens erwarten würde.
Schließlich gibt es auch auf dem Kassberg etwas Neues, das Lax. Kulinarisch definitiv nicht weiter erwähnenswert, könnte das Lax aber zur netten Kneipe nebenan werden, insbesondere scheint es für den Sommer auch einen netten Freisitz zu geben.
Heut abend gibt es auch mal wieder hausgemachte Kulinaria, nämlich ein Filet von einem Hirsch, der vor kurzem noch durch das ehemalige Staatsjagdgebiet streifte, dazu ein Kartoffelgratin und ein feines Gemüse von Roten Beten. Vielleicht werde ich auch noch ein leckeres Süppchen zaubern und eine vage Dessertidee spukt auch schon durch mein Hirn. Mal sehen 😉

Auch mal wieder da

Ja, da gehen die Wochen und Monate hin, die Welt verändert sich in einer Weise dass es Klein Hänschen bisweilen den Atem verschlägt, aber letztlich bleibt ja in der Chemnitzer Provinz doch (fast) alles beim Alten.
Aber nicht nur an den Finanzmärkten, auch in der Chemnitzer Gastronomie finden bisweilen Umstülpungen statt, deren Ergebnis noch nicht vorherzusehen ist 😉 Das Difranco deluxe heisst jetzt Exil und wird von Leuten des Lessing bewirtschaftet – oder so ähnlich. Allerdings ist die Küche des Lessing noch nicht dort angekommen – wie wir anlässlich eines gründlich fehlorganisierten Brunchs mitbekommen durften. Auch ein kurz danach stattfindender Abend im Exil hat mich kulinarisch nicht so recht begeistert, das hatte man dort schon besser, als es noch anders hiess. Schliesslich hat sich das Exil nun auch noch dazu entschlossen unseren geliebtenMontag zum regulären Plattenspielerbespaßungstag zu machen. Mag ja sein, dass das neue Kundschaft anzieht – für uns aber eher ein Grund weniger dort einfach mal wieder hinzugehen. Bleibt zu hoffen, dass man sich dort wieder fängt oder aber wenigstens das alte und neue Lessing etwas Interessantes für den aufgeweckten Gast zu bieten hat.
Das Jahr im Kleinstgarten geht nun auch zu Ende, das Meiste ist eingeräumt. Trotzdem blühen noch stolze hohe Verbenen aus allen Ritzen der oberen Terasse, ein tolles Unkraut 😉 Auch die dieses Jahr recht spät in Blüte gekommene kanarische Kresse lässt wünschen, dass sich die ersten Fröste noch etwas gedulden.
Unterwegs waren wir auch schon wieder reichlich, im Urlaub in Slowenien, ein Wochenende im Gurkenland und schließlich ein toller Ausflug mit Freunden zum F60 – sehr spektakulär das. Toll auch Schimmel-Susi und ihre hausgemachten Marmeladen und natürlich Bernies Plow um abschließend noch mal den Bogen zu Kulinaria zu bekommen.

Horizontal

Am Samstag hatte ich nun erstmalig die Gelegenheit, die vielgerühmte Horizontale rund um Jena selbst zu begehen. Nunja, rund um Jena ist vielleicht bisschen übertrieben, aber die 25 km, die wir mit dem Schwager gewandert sind, reichen auch für einen Tag.
Wirklich eine wunderschöne Tour, durch ein ruhiges Tal mit Streuobstwiesen und dann immer am Berg entlang mit phantastischen Ausblicken auf Jena. Zur Krönung haben wir ganz am Schluss noch den Jenzig bestiegen und konnten uns nach einigen Biers und sonstiger Stärkung an einem eindrucksvollen Jenenser Lichtermeer erfreuen.
Insgesamt sehr zu empfehlen und ich bin mir jetzt schon sicher, dass wir in den nächsten Jahren auch den Rest der Horizontale erwandern werden. Das aber nur in erträglichen Tagestouren, die 100 km am Stück zu laufen, wie es wohl jährlich massenhaft zelebriert wird, halte ich – mit Verlaub – für bescheuert 😉

Gorgonzolasauce

Obwohl man es nun für zutiefst italienisch halten würde, kennt keines meiner italienischen Kochbücher ein Rezept für Gorgonzolasauce. Womöglich ist selbige gar im deutschen Kulturkreis entstanden.
Da mir irgendwas mit Walnüssen vorschwebte ergab kurzes Querlesen im Netz, dass da anscheinend so ziemlich alles möglich und der Gorgonzola an sich sehr geduldig ist 😉
Daraus ist nun folgendes Rezept entstanden, welches eine sehr aromatische Gorgonzolasauce zur Folge hat, die sicher nicht nur Pasta sondern beispielsweise auch ein Stück Fleisch zieren würde.
Ca. 50 g gehackte Walnüsse in etwas Butter erhitzen, so dass die Nüsse etwas Farbe bekommen. In dieser Zeit eine Schalotte und später etwas Knoblauch anschwitzen, selbiges mit Sahne (ca. 80 g) ablöschen, den Gorgonzola (auch etwa 80 g) darin auflösen und mit Muskat und Pfeffer würzen. Die Nüsse dazugeben und bis zur gewünschten Konsistenz einkochen lassen und dann mit den Pasta mischen. Etwas glatte Petersilie dazu und fertig.
Gestern gab es übrigens eine nette Party in Leipzig. Wobei zu Leipzig zu sagen wäre, dass die Satdt zwar sehr lebendig und cool ist, andererseits aber an vielen Ecken auch noch ganz schön runtergekommen aussieht, was manche vielleicht für Charme halten mögen.

Ein paar Tage im Norden & natürlich Grünkohl

Die Tage um den Jahreswechsel haben wir beschaulich in St.-Peter-Ording an der Nordsee verbracht. Der Wettergott meinte es sehr gnädig mit uns, so dass nicht nur der sonst dort übliche Sturm abgestellt war sondern auch noch teilweise die Sonne schien. Das gab uns Gelegenheit binnen dreier Tage die gesamte, gar nicht mal so kurze St. Peteraner Küste zu erwandern. Teile dieser phantastischen Landschaft sind nur bei Ebbe zugänglich und selbst da tun sich immer wieder Priele auf, die den Wanderer zu erheblichen Umwegen zwingen.
Spannend ist das Wattenmeer allemal und jetzt weiss ich auch, wieso Jesus über das Wasser laufen konnte. Gab es doch dort ausgedehnte Bereiche des Watts, auf denen etwas Wasser steht, so dass es wie eine geschlossene Wasserfläche wirkt auf der man aber leicht herumlaufen kann.
Klar, dass St. Peter nicht ohne Grünkohl geht. Da selbiger dieses Mal so überaus lecker war, soll deshalb hier noch kurz seine Aufbereitung dokumentiert werden: Zunächst muss man im Feindesland (also Dithmarschen) Grünkohl holen. Selbiger wurde sodann gereinigt, blanchiert und grob gehackt. Die verbleibende grüne Masse habe ich etwas ausgepresst. Nun wurden Zwiebeln in Schmalz angebraten und der Grünkohl hinzugefügt. Mit Bauchspeck, Salz und Pfeffer sowie Brühe wurde das Ganze ca. eine halbe Stunde gekocht und dann einen Tag stehen gelassen. Am nächsten Tage wurde der Kohl noch mal ca. eine Stunde gekocht und schlussendlich Kassler und Mettenden hinzugefügt, die im Kohl nur noch erwärmt wurden. Klar dass es dazu nur eine Sorte Kartoffeln geben kann! Die 2 kg Grünkohl hätten übrigens auch für 8 Leute bequem gereicht, aber kleine Mengen Grünkohl machen ja gar keinen Spass.
Insgesamt ein paar schöne ruhige Tage, mit viel Muße, Zeit zum Lesen, netten Gesprächen und gar lustiger Unterhaltung durch Herrn Till an der Unterhaltungselektronik 😉

Lessing und Henri

Auch auf die Gefahr hin, dass der Eindruck entsteht, dass mein gebloggtes Leben nur um Essen und Musik kreist, setze ich heut noch mal eins drauf, denn ich möchte hier mal Werbung für zwei vernachlässigte Kneipen machen.
Da wäre zum einen das Cafe Henri, welches wir gestern nach dem Weihnachtsoratorium aufgesucht haben. In der langen Zeit, die ich nicht mehr dort war, hat sich praktisch nichts verändert – was in diesem Fall durchaus positiv ist. Man sitzt mehr oder weniger in einem Wohnzimmer und fühlt sich irgendwie zu Hause. Gewohnt souverän die Kleinigkeiten der Henri-Küche, insbesondere das tolle Knoblauchbrot. Eigentlich weiss ich auch gar nicht mehr, weshalb ich dem Henri so lange abhold war – wahrscheinlich war es damals einfach zu viel des Guten 😉
Zum zweiten das Lessing. Eigentlich völlig unverständlich, dass wir an einem Freitag abends praktisch die einzigen Gäste sind. Man speist sehr lecker, kreativ und eigentlich viel zu billig. Es ist vielleicht noch nicht die ganz große Küche, aber in dieser Klasse auf alle Fälle ohne Konkurrenz in der näheren Umgebung. Auch deshalb ist mir völlig unverständlich, dass man sich im benachbarten Onkel Franz um Plätze und weitaus schlechteres Essen prügelt … Nicht zuletzt spricht für das Lessing, dass der Chef seine Ware in den gleichen Läden wie ich einkauft.
Und da wären wir auch schon bei einem kleinen feinen Gemüsehändler (Gartenbau Kretschmer auf der Barbarossastrasse), bei dem ich sehr gerne einkaufe. Nicht nur, dass man dort äußerst freundlich und zuvorkommend bedient und ehrlich zur Qualität der Produkte beraten wird, haben die Kretschmers auch noch ein tolles Sortiment jahreszeitlicher Produkte aus eigenem Anbau in bester Qualität. Und anscheinend finden auch andere große Küchenchefs, dass man das schmeckt ^^
Also liebe Kassbergbewohner, im nächsten Jahr nehmen wir uns vor, öfter ins Henri und Lessing zu gehen und bei Kretschmers Obst und Gemüse zu kaufen!

Essen in und um Chemnitz

So, der Jörg war mal wieder fleissig und hat alle Restaurants der weiteren Umgebung zusammengetragen, die er für potentiell besuchenswert hält. Das ist im wesentlichen ein Extrakt der einschlägigen Guides und eigener Erfahrungen:

Name Jörgs Rating Gault Millau Feinschmecker Aral
Sterne (5) Punkte (5) Löffel
Alexanders, Chemnitz **** n.a. n.a. n.a.
La Vinotheque, Lichtenwalde **** n.a. n.a. n.a.
Janssen, Chemnitz *** n.a. n.a. n.a.
HeckArt, Chemnitz *** n.a. n.a. n.a.
Lessing, Chemnitz ** n.a. n.a. n.a.
Schlosshotel Klaffenbach, Chemnitz ** n.a. n.a. 1
Messina, Chemnitz n.a. n.a. n.a.
Blauer Engel, Aue n.a. 15 n.a. 2
Büttner, Schneeberg n.a. 13 n.a. n.a.
Landhotel Rittersgrün, Breitenbrunn n.a. 10 n.a. 1
Opera, Chemnitz n.a. 13 n.a. 2
Streller’s, Chemnitz n.a. n.a. n.a. 1
Villa Esche, Chemnitz n.a. 13 1.5 2
Le Bambou, Freiberg n.a. n.a. 1 1
Jagdhaus Waldidyll, Hartenstein n.a. 13 n.a. 2
Schloss Wolfsbrunn Pavillon, Hartenstein n.a. 15 n.a. 2
Drei Schwanen, Hohenstein n.a. n.a. n.a. 1
Schwarzbeerschänke, Pobershau n.a. n.a. n.a. 1
Drei Schwäne, Zwickau n.a. 14 2 1
Zensur, Freiberg n.a. 14 1.5 n.a.
Da Giuseppe, Zwickau n.a. 13 n.a. n.a.
Schwarzbachtal, Hohnstein n.a. n.a. 1.5 n.a.

Wenn man das mal nach meinen Interessen und dem, was man über die verschiedenen Etablissements so hört und liest, sortiert, ergäbe sich in etwa folgende Prioritätenliste: Strellers, Pavillon, Waldidyll, Opera, Blauer Engel, Le Bambou, Büttners, Drei Schwäne, Villa Esche – mal sehen, ob wir das in 2008 schaffen 😉