An Saale und Unstrut


Erneut gibt es von einem Urlaub zu berichten, ein weiterer Kurzurlaub in der 300 km Zone führte uns in die Saale-Unstrut-Region. Bei für die Verhältnisse dieses Sommers sehr gutem Wetter konnten wir diese tolle Fluss- und Kulturlandschaft erkunden und sogar fast jeden Abend auf der Terasse unsere Hotels bei einem Absacker-Bier einen weiten Blick ins Saaletal, auf Bad Kösen, Weinberge und den Fluß selbst, fast bis nach Naumburg hinüber genießen.
Über die Villa Ilske, unser Quartier für fast eine Woche, ist außer der großartigen Lage nicht viel zu berichten, solider Durchschnitt, mehr aber auch nicht. Kulinarisch bot sich die Region recht bodenständig, das übliche Einerlei wenig aufregender deutscher Küche, im besten Falle solide zubereitet, bestimmt die meisten Speisekarten, einzige Ausnahme war das Bocks in Naumburg, wo wir folgerichtig auch gleich zwei Abende verbrachten.
Naumburg ist auf jeden Fall eine Empfehlung wert, ein natürlich dank zahlreicher Touristen sehr lebendiges kleines Städtchen mit hübscher Altstadt und vor allem einer wunderschönen Umgebung, von der vor allem der Blütengrund an der Unstrutmündung zu erwähnen ist. Hauptziel und Gegenstand der aktuellen Landesausstellung sind natürlich Uta und die sonstigen Arbeiten des namenlosen Naumburger Meisters im Dom.
Bad Kösen, Ort unseres Quartiers lebt primär vom Kurbetrieb und da offenbar vor allem von der älteren Generation und ist daher leider wenig lebendig. Potential hat Freyburg, eigentlich ein tolles Städtchen, das sich mit mancher italinienischer Kleinstadt etwa in der Toskana messen könnte. Leider lässt aber viel Autoverkehr in den engen Straßen keine wohlwollende Betrachtung zu, die Stadt wirkt abweisend und erst wenn man im Zentrum war und die Stadt unstrutaufwärts entlang von Weinbergen verlässt, erschließt sich einem ihr Reiz. Ferner gibt es in der Region viele sehr reizvolle kleine Dörfer, hübsch auch Bad Sulza an der Ilm.
Die Täler der Saale von Dornburg bis Naumburg, der Ilm bis Apolda und der Unstrut bis Wangen/Nebra erkunden wir größtenteils per Rad, die Unstrut auch vom Boot aus paddelnd. Den Umgebungen von Freyburg und Bad Kösen bis Naumburg widmen wir ausgedehnte Wanderungen. Bei Freyburg finden sich wunderschöne Wiesen auf den Höhen links und rechts der Unstrut von denen man immer wieder faszinierende Blicke ins Tal und auf Freyburg selbst hat. Nicht zuletzt stoßen wir auf zahllose Sehenswürdigkeiten, wie etwa die Burgen Saaleck und Rudelsburg, Kloster Pforta und natürlich den Ort des Fundes der Himmelsscheibe von Nebra, wo ein hochmodernes Museum rund um diese Scheibe errichtet wurde, indem man so ziemlich alles findet, nicht aber die Himmelsscheibe selbst, denn die liegt in Halle, wie wir aber leider auch erst zu spät entdeckt haben.
Schließlich unternahmen wir noch einen größeren Abstecher an den Rand der 300 km Zone, nach Wolfsburg, wo wir mit vielen Freunden die Verlobung von Ried und Sibylla feiern konnten. Der Weg dorthin führte uns über Quedlinburg, ein herrliches Städtchen, an dessen Fachwerkpracht mit unzähligen Holzschnitzereien man sich überhaupt nicht satt sehen kann, dafür gibt es auf jeden Fall noch eine dicke Empfehlung!

Bilder gibt’s hier.

Genial vegetarisch

Nein, keine Angst, wir sind nicht unter die Vegetarier gegangen. Vier wunderschöne Tage in Saxdorf hätte ich damit wohl auch kaum überlebt. Aber das tolle vegetarische Kochbuch von Yotam Ottolenghi „Genussvoll vegetarisch“ kann gar nicht genug gelobt werden! Hier wird eine nahöstlich inspirierte vegetarische Küche zelebriert, die fern jeder Entsagung allein dem Genuß gewidmet ist.
Heute war nun Zeit für Rezeptauswahl, gemütlichen Einkauf und nicht zuletzt für’s Kochen, das Ergebnis konnte sich nicht nur sehen, sondern auch schmecken lassen, einfach phantastisch!
Drei kleine Gerichte kamen zusammen mit etwas Weißbrot auf den Tisch. 1) Eine im Ofen gebackene Aubergine mit Buttermilchsauce: An Stelle der ursprünglich angedachten Granatapfelkerne kamen rote Johannisbeeren zum Einsatz, die die nötige fruchtige Säure mindestens genau so gut lieferten. 2) Gefüllte Champignons mit Taleggio gratiniert: Die Füllung besteht aus angebratenem Stangensellerie, Zwiebeln, getrockneten Tomaten, Basilikum und Parmesan, Taleggio ist ein sehr aromatischer junger Weichkäse aus Kuhmilch. 3) Eier auf Ruccolagemüse mit Joghurt und Chili: Waren die anderen beiden Sachen schon genial lecker, setzte das allem die Krone auf. Die in angedünstetem Ruccola gestockten Eier mit griechischem Joghurt und einer Chili-Salbei-Butter waren einfach nur unglaublich köstlich. Als Nachtisch gab es gezuckerte Erdbeeren mit Buttermilch.
Bei so viel Köstlichkeiten muss wahrlich kein Fleisch auf den Tisch. Fragt sich nur, warum eigentlich kein mir bekanntes Restaurant der Region solche Leckereien in vergleichbarer Qualität anbietet?
Ein Wermutstropfen war auch wieder einmal der Einkauf auf dem Chemnitzer Markt, weder Ruccola noch Champignons oder Auberginen waren an den zahlreichen Ständen zu bekommen, zum Glück gab es bei Rewe dann das Gesuchte sofort. Immerhin hatte die Käsefrau im Kaufhof ohne auch nur eine Sekunde zu zögern den Taleggio parat. Diesen Käse sollte man sich merken, ich denke, der wird beim Überbacken noch öfter eine gute Figur machen.
Ach ja, in Saxdorf war ich auch. Einfach immer wieder wunderschön da und vier Tage sind grad genug, komplett dem Alltag zu entfliehen und in die Saxdorfer Welt einzutauchen, den wunderschönen Garten zu genießen und natürlich auch ein ganz klein wenig an diesem Kunstwerk mitzuwirken. Und natürlich kam am Ende auch der Kleinstgarten nicht zu kurz, aus dem ewigen Vorsatz keine Pflanzen mehr mitzubringen wurden dann doch wieder so etwa 10 Töpfchen sowie einige Stecklinge künftig hoffentlich wunderschön blühender Blattkakteen.

Harz-IV im Zittauer Gebirge


Die nunmehr vierte Auflage des Harz-Treffens des alten Chemnitzer Freundeskreises führte uns im kleinsten sächsischen Gebirge zusammen. Unweit von Oybin, mitten im Zittauer Gebirge residierten wir passend zum namensgebenden Event in der Villa Lückendorf, der ehemaligen Sommerfrische einer sächsischen Fabrikantenfamilie. Ein wunderschönes Haus in einer nicht weniger traumhaften Umgebung aus weiten Wiesen, Wäldern und zahlreichen steilen Felsen.
Das Haus bot stilvoll Platz für uns alle und selbst ohne Nutzung der weiträumigen Parkanlage war reichlich Platz für alle, eine große Tafel im Speisezimmer gestattete eine stilvolle Einnahme der zahlreichen und üppigen Mahlzeiten.
Leider war es mit Ausnahme des ersten Abends und des darauffolgenden Morgens zu kühl für eine ausgiebige Nutzung der Terassen was sehr schade war, bot doch die Dachterasse einen atemberaubenden Ausblick bis weit ins tschechische Bergland. So vertrieben wir uns die Zeit sehr angenehm im Haus. vor allem mit der Zubereitung und Einnahme von Speisen, umrahmt vom Lärm der tobenden Bande Till, Peer und Oskar, die ihre Freude an den weiten Räumen zum Spielen trefflich zum Ausdruck brachten.
Natürlich gab es auch die eine oder andere Wanderung in die umliegende Landschaft, einmal durch schöne Wiesen nach Jonsdorf und hinüber ins Tschechische mit leckerer Einkehr und Rückweg über den Hochwald mit toller Aussicht. Eine kurze Runde führte uns durch die Felsengasse zwischen Oybin und Lückendorf und schließlich gab es noch eine schöne Runde am Kelchstein vorbei hinab nach Oybin und ins Tal zur Teufelsmühle von wo es nach einem Bier über den Töpfer und ebenfalls grandiose Aussicht steil bergan zurück nach Lückendorf ging.
Ein weiterer Ausflug führte uns mit den Kindern per Dampfeisenbahn nach Zittau zum Eisessen, leider war dort aber keine Zeit mehr für eine Stadtbesichtigung. Toll aber war die Rückfahrt im offenen Wagen, durchs enge Tal den Berg hinauf nach Oybin mit Blick auf die schnaufende Lok.
Heute schließlich haben wir bei strömenden Regen noch schnell die schöne alte Stadt Bautzen besichtigt und lecker im sorbischen Restaurant Wjelbik gegessen.
Zu Hause ist es unanständig kalt, wir haben Juli und ich habe die Heizung aufgedreht.

Bilder gibt’s hier.

Urlaub im Elbsandstein


Nachdem wir nun schon ein paar Tage zurück sind, ist von einem schönen Urlaub im Elbsandsteingebirge zu berichten. Unser Hauptquartier war für eine Woche die Villa Waldfrieden in Schmilka, betrieben vom Biohotel Helvetia. Das „Bio“ machte uns zunächst etwas skeptisch, diese Skepsis konnte aber bald zerstreut werden, war das Essen doch außerordentlich lecker, vielfältig und fern von körnerzentrierter Gutmenschenküche. Geringfügig bizarr war einzig das „geweihte“ Wasser und die offensichtlichen Essstörungen einiger Gäste. Das konnte man aber getrost ignorieren, es gab viel wohlschmeckendes, sorgsam zubereitetes Gemüse, frische Kräuter von den Elbwiesen aber durchaus auch lecker Fleisch, im Rohzustand konnte man den Fleischnachschub auch gleich neben dem Hotel munter in den Elbwiesen rumlaufen sehen. Die Lage des Hotels an der Elbe mit Blick auf Wiesen und die Schrammsteine kann man getrost spektakulär nennen, eine kleine feine Parkanlage tut ihr Übriges.
Schmilka ist ideal gelegen, um viele Touren ins Elbsandsteingebirge zu unternehmen, leicht erreicht man die Schrammsteine, die Affensteine, den Winterberg, Prebischtor und Edmundsklamm im Böhmischen sowie auf der gegenüberliegenden Seite der Elbe die schöne Hochebene von Schöna und Reinhardtsdorf mit den markanten Bergen Kaiserkrone und Zirkelstein. Mittels Boot oder Bahn ist man aber auch schnell in all den anderen Orten des Elbsandsteingebirges, so dass sich weitere Touren ausgehend von Königstein, Bad Schandau oder dem Kirnitzschtal anboten. Fetzig kraxelen kann man rund um die Schrammsteine und die Affensteine, von den zahlreichen Aufstiegen auf Leitern und Tritten sorgte dort insbesondere die Häntschelstiege für Adrenalin, die hat schon beinahe Klettersteigcharakter und man ist dann doch froh, wieder sicheren Boden unter den Füßen zu haben. Der Aufstieg zum hinteren Raubschloß und vor allem der Bergpfad von dort weiter Richtung Winterstein hatten hochalpinen Charakter. Genausogut kann man aber auch praktisch vollkommen eben entlang der Elbe wandern, auf unserer Tour von Stadt Wehlen nach Schmilka durchwanderten wir somit das gesamte Elbsandsteingebiet auf gut 2o km durch äußerst abwechslungsreiche Landschaften. Neben den wilden Felslandschaften und den Tafelbergen sind es wohl vor allem die vielen verträumten Dörfer an der Elbe (etwa Schmilka, Postelwitz oder Halbestadt bei Königstein) oder auf den Hochebenen links und rechts der Elbe (Schöna, Reinhardtsdorf, Pabststein, Pfaffenstein, Gohrisch …) die den Charakter dieser romantischen Landschaft ausmachen. Nicht zuletzt die zahllosen bunt blühenden Azaleen und Rhodendren in vielen Gärten sowie das satte Gelb der Rapsfelder verleihen der Landschaft im Mai hier einen besonders festlichen Charakter.
Alle unsere Touren finden sich in der Übersicht auf OSM. Zahlreiche Bilder gibt es wie immer hier (Passwort auf Anfrage).

Boot fahren wie der Herrgott in Frankreich

Die Reise nach Frankreich beginnt mit einer Hochzeit. Gemeinsam mit vielen guten Freunden feiern wir 2 Tage lang den Matz und seine Frau in einer nicht weiter erwähnenswerten schwäbischen Kleinstadt. Ein rauschendes Fest und vor allem ein Wiedersehen mit vielen lieben Menschen. Am darauf folgenden Ruhetag bleibt noch Zeit, die Burg Hohenzollern sowie das schöne obere Donautal zu besichtigen.
Damit haben wir bereits die Hälfte der Strecke geschafft, dennoch braucht es noch mal fast 5 Stunden bis wir in einem französischen Supermarkt Vorräte tanken und diese kurz darauf in unser Hausboot umfüllen. Die Einweisung zum Boot ist recht knapp und auf französisch, ich gebe aber vor, alles zu verstehen, was rückblickend auch so grob hinkam. Vollgemüllt mit Klamotten und Vorräten wirkt das Boot zunächst recht klein, nach und nach entdecken wir jedoch üppigen Stauraum so dass das Boot dann doch recht geräumig wird. Und schon gehts los, ab in die erste Schleuse, die wir mühelos passieren. Danach ist erst mal Feierabend, der erste von etlichen Abenden irgendwo tief im Burgund und mitten in der Natur. Zum Bier gibts Kotellets mit Sahnesauce und Kartoffeln – die Küchenaussttattung auf dem Boot ist wirklich sehr ordentlich.
Auch der Test der Dusche am nächsten Morgen fällt zur vollsten Zufriedenheit aus. Während wir frühstücken, versucht ein aufgeregter Franzose uns zur Weiterfahrt zu bewegen. Wir ignorieren ih, was wir sehr bald bereuen werden. An diesem Tag tun nämlich die Franzosen das, was sie immer tun – streiken. Natürlich auch die Schleusenwärter und der aufgeregte Mann war die Notbesatzung der Schleusen, der sich dann aber erst 13:00 Uhr wieder blicken lass. Somit wurden wir zwangsweise auf eine dem Land angemessene Geschwindigkeit heruntergebremst. Am Nachmittag haben wir es dann immerhin noch bis Montbard geschafft, überglücklich passieren wir 6 Schleusen und gehen zur Feier des Tages erst mal neues Bier kaufen und später in ein freundliches Restaurant welches optisch zwar irgendwo in den 60ern stehen geblieben ist, aber überaus leckeres Essen bereithält.
So gehen nun die Tage auf dem Burgund-Kanal dahin, Boot fahren, etwa alle 2 bis 3 km schleusen, urige Natur und teils ebenso urige Schleusenwärter, die Pausen werden immer länger und der Ehrgeiz das ursprüngliche Ziel Tonnere zu erreichen schwindet dahin. Das Wetter wird täglich schöner, auf dem Flying Deck sitzend gemächlich durch die Landschaft deidelnd erkunden wir das Burgund. Gelegentliche Landgänge führen uns zu Schlössern, herrlichen alten Klöstern und in verträumte Käffer. Angelegt wird abends meist außerorts, herrlich die Ruhe und traumhaft ist so ein Essen am Tisch, der oft mitten in der weiten Landschaft steht.
Schnell ist die Woche auf dem Boot um und wir haben noch zwei Tage um das Burgund mit dem Auto zu erkunden. Zunächst besichtigen wir den Teil des Kanals den man besser nicht mit dem Boot fährt, nämlich die Schleusentreppen und den 3 km langen Tunnel am Scheitel des Kanals. Weiter nach Chateuneuf, ein uriges kleines Dörfchen mit Schloss, welches aber nichts mit dem gleichnamigen Weingut zu tun hat. Nachmittags geht es dann nach Dijon in eine schöne aber sehr laute und unruhige Altstadt. Dort gibt es abends auch wieder große Küche, dieses mal eine recht moderne und sehr leckere Interpretation der französischen Küche in einem ebenso modern gestylten Restaurant in der Nähe der Markthalle (Bistro DZ’envies). Das Menü liest sich wie folgt: 1) Marbré de foie gras de canard et pâte de mangue, savagnin, curry, amandes grillées et salsa (Entenleberpastete und eine Art Salat aus Melone und Sellerie), 2) Bouillon de légumes aux bourgeons de cassis, oeuf parfait (Gemüsesuppe mit pochiertem Ei), 3) Siphon de féves, dés de haddock et tomates séchées (Bohnenschaum mit Kabeljau und getrockneten Tomaten), 4) Porc fermier, dés seiche et chorizo des Aldudes, aubergine grillée (Schwein mit Chorizo und Aubergine), 5) Fraises confites, glace au Sechuan et lait du fruit, gros macaron (Erdbeeren, Eis, Milch und ein Keks) – lecker, nicht wahr? 😉
Am nächsten Tag geht es durch die Cote d’Or nach Beaune. Entlang der Cote reiht sich eine renommierte Weinlage an die andere, in den Orten laden unzählige Weingüter zur Verkostung. In einer Gegend in der zwei Drittel aller Grand Crus wachsen widerstehen wir jedoch der Versuchung, kistenweise Wein heimzuschleppen und begnügen uns mit einem leckeren Burgunder zum Mittagessen in einem kleinen urigen Bistro. Wunderschön ist Beaune, eine traumhafte Altstadt und spektakulär das alte Hospiz Hotel de Dieu. Wiederum gibt es abends feines Essen im Restaurant (Le Comptoir des Tontons), die Speisekarte kommt auf einer Seite, die Weinkarte ist ein Buch, der teuerste Wein zu EUR 3500, wir begnügen uns allerdings mit einem sehr viel preiswerteren Tropfen. Das Essen ist hier eher klassisch und regional, das Menü heisst „Promenade en bourgogne“ und endlich bekomme ich auch mal ein Boeuf a la Bourgoignonne (Boeuf Charolais en Bourguignon, Purée de Légumes), welches wirklich auf der Zunge zergeht. Zuvor kommen Schnecken in einem feinen Kräutersud (Verrine d’Escargots de Bourgogne Henri Maire au Bouillon d’Herbes du Jardin) und eine Art Kuchen mit herzhaftem Käse (Biscuit à l’Ami du Chambertin et Vieux Marc de Bourgogne). Zum Abschluss ein ebenso simples wie genial leckeres mit Camembert überbackenes Schwarzbrot (Tartine De Chaourse au Pain d’Epeautre d’Arnaud) und schließlich ein feines Dessert (Sorbet Poire, Sirop de Cassis à l’Ancienne et Pain dEpices).
Nun heisst es schon wieder aufbrechen, über die Vogesen und einen Zwischenstopp im wunderschönen Colmar geht es nach Stuttgart, den Riedschor besuchen. Nachdem wir ihm am Abend erst mal mit feinstem Sächsisch in der ortsansässigen Gastronomie unmöglich machen, folgt am nächsten Tag eine schöne Wanderung auf den Bergen rund um Stuttgart, durch Weinberge, wunderschöne Streuobstwiesen und urige Wälder, die man im Speckgürtel Stuttgarts niemals vermuten würde.
Am nächsten Tag geht es weiter nach Siegen, zu Besuch bei Rons Bruder. Siegen an sich wirkt trostlos, die Umgebung ist jedoch sehr schön, wir wandern einen Tag lang sehr schön durch das Rothaargebirge.
Tja, und schon sind wieder zwei Wochen Urlaub rum und Chemnitz hat uns wieder!

Hochalpin und mittelgebirgig

Es ist zwar nun schon ein paar Wochen her, aber es soll nicht unerwähnt bleiben, dass wir eine sehr schöne Woche in den Alpen, genauer in Obergurgl im Ötztal verbracht haben.
Für mich war das eine Premiere, die Alpen kannte ich zwar nun schon, aber in derart hochalpinen Regionen mit ihren zahllosen Gletschern war ich zum ersten Mal. Allein von Obergurgl aus, dass auf ca. 1900 m Höhe liegt, erreicht man binnen weniger Stunden etliche Gletscher, und es gibt einige Ecken von denen man auch viele dieser gletscherbedeckten Täler gleichzeitig sehen kann. So ein Gletscher ist schon ein faszinierende Erscheinung, auch wenn ich etwas überrascht war, dass die Gletscherenden von Nahem eher dreckig wirken, mit Kies und Sand bedeckt sind. Aber auch das typische Blau schimmert durch, dort wo sich Löcher im Gletscher auftun oder wo der Gletscherbach austritt. Interessant, dass bei einigen Gletschern am Ende große Gebiete mit feinem Schlick entstanden sind, die an das Wattenmeer erinnern. Nur dass es keine Wattwürmer gibt …
Wir konnten viele tolle Touren machen, die uns oft deutlich über 3000 m Höhe führten, doch dazu lassen wir am besten einige Bilder sprechen.
Obergurgl selbst ist leider eher hässlich, ein völlig verunstaltetes Hoteldorf, wo auch jetzt noch neue Anbauten der Hotels wie Krebsgeschwüre in die letzten noch freien Räume wuchern. Wesentlich schöner und für Wanderer ähnlich günstig gelegen ist das benachbarte Bergsteigerdorf Vent, wo wir sicher absteigen werden, wenn wir mal wieder in der Gegend sind, etwa im Hotel Alt-Vent, welches mich durch die Speisekarte aufmerksam machte.
Letztes Wochenende nun das Kontrastprogramm im Mittelgebirge, wir waren mit den Sportfreunden auf dem Rabenberg bei Johanngeorgenstadt. Von dort haben wir eine wunderschöne Tour über Breitenbrunn, Antonshöhe, Rittersgrün und Halbemeile unternommen. Das schöne offene Wiesental von Rittersgrün mit seinen verstreuten Häusern ist sommers wie winters eine Freude fürs Gemüt, man hat selten eine Landschaft, die eine solche Ruhe und Friedfertigkeit ausstrahlt. Ähnlich auch die hochgelegenen Ausläufer von Breitenbrunn, wenn man vom Rabenberg über den Sauberg den Ortsrand erreicht.
Man möcht gar nicht sagen, was schöner ist, hochalpin oder mittelgebirgig, es hat alles seinen Reiz und die Mittelgebirge werden sicher all zu oft unterschätzt!

Fränkische Gastlichkeit

Angeregt durch einen Blogeintrag bei „Nachgesalzen“ verbrachten wir das Wochenende im Gasthof Gentner, gelegen in Franken, am Westrand des Naturparks Altmühltal.
Der Gasthof Gentner ist ein Landgasthof, wie man ihn sich nur wünschen kann. Schöne alte Gebäude, individuell und liebevoll eingerichtete großzügige Zimmer ohne unnötigen Schnickschnack, ein überaus freundlicher und zuvorkommender Service sowie tadelloses Essen sorgten dafür, dass sich schnell das einstellte, was das gebuchte Arrangement „Wohlsein“ verhiess – nur selten haben wir uns in einer Unterkunft so rundum wohl gefühlt.
Die fränkisch geprägte Küche des Gasthof Gentner verarbeitet viele regionale Zutaten bis hin zu Kräutern und Blüten vom Wegesrand. So wurde uns am ersten Abend ein bodenständiges regionales Menü serviert, welches aus einer göttlichen Rahmsuppe mit Räucherfisch, einem Sauerbraten mit Spätzle sowie Eis vom Mädesüß bestand. Das Menü am zweiten Abend war dann eher festlich, ein sommerlicher Salat mit allerlei Kräutern, Lachsfilet auf Gnocchi mit einer leichten Rahmsoße, Entenbrust mit einer Semmelterrine und schließlich Panna cotta und ein Sauerrahmeis. Alles war perfekt zubereitet auf einem Niveau, wie man es wohl nur selten in einem Landgasthof findet. Man würde sich wünschen, mehr solche Gasthäuser zu finden, die eine solche bodenständige und regional verwurzelte Küche derart perfekt aber abseits jeglichen Feinschneckerrummels servieren.
Das nahe gelegene Altmühltal bot uns natürlich auch Gelegenheit zu ausgedehnten Wanderungen. Ganz nach meinem Geschmack waren die vielen Wiesenwege, auf denen wir auf ausgedehnten, von vereinzelten Wacholdern durchsetzte Trockenrasenflächen, stets an den Hängen die Täler der Altmühl und ihrer Nebenflüsse durchwandern konnten. Eine große Runde drehten wir bei Solnhofen, vorbei an Steindrüchen, malerischen Felsen und eben wunderschönen blühenden Wiesen voller Schmetterlinge. Da uns das für einen Tag noch nicht genug war, schlossen wir noch einen Klettersteig an, den Oberlandsteig bei Konstein. Dieser hat zwar mit alpinen Klettersteigen wenig gemein, bot aber doch Raum für anstrengende und teils auch recht anspruchsvolle Kletterei. Schließlich umwanderten wir am zweiten Tag noch das schöne Residenzstädtchen Eichstätt, wiederum meist auf wundervollen Wiesenwegen. Insgesamt eine sehr schöne Landschaft, der man sicher noch mal etwas mehr Zeit widmen sollte.

Alpines

Dem sächsischen Schmuddelwetter entronnen konnten wir kürzlich eine schöne sommerliche Urlaubswoche in den österreichischen Alpen verbringen. Auch wenn erhebliche Schneereste das Fortkommen in den hochalpinen Regionen oberhalb von etwa 2200 m verhinderten, konnten wir doch einige schöne Bergtouren machen. Die Gegend um unser Quartier in Leogang bietet dazu reichlich Möglichkeiten, viele Gipfel knapp über 2000 waren in unmittelbarer Nähe. Wenn man eine gewisse Höhe erreicht hatte, erinnerte einen der Anblick der Kette der Hohen Tauern auch daran, dass es gar nicht all zu weit weg noch deutlich höher geht, allerdings waren die über 3000er alle noch tiefst verschneit und allenfalls für Skitouren zugänglich. Dafür zeigte sich die hochalpine Flora von ihrer schönsten Seite, unzählige Bergwiesen voller bunter und mir weitgehend unbekannter Blüten bildeten zusammen mit den hochalpinen Panoramen die Höhepunkte unserer Bergtouren.
Natürlich musste sich auch dieses Mal unser Quartier an unserer Referenz, dem Böglerhof, messen und da ist es schon sehr schwer mitzuhalten. Das Holzhotel Forsthofalm bot uns einen sehr angenehmen Aufenthalt, gutes, wenn auch kein herausragendes, Essen und einen freundlichen Service, der allerdings durch einige kleine Pannen geschmälert wurde. Nachdem wir wussten, dass sich die überaus freundliche Chefin pro Bestellvorgang nur ein Item merken kann, funktionierte aber alles merklich besser. Absolut spektakulär war der Saunabereich des Hotels, der sich im obersten Stockwerk befand und wo man aus der Sauna durch große Panoramascheiben die umliegenden 2000er und das Leoganger Tal bewundern konnte.
Die meiste Zeit verbrachten wir freilich außerhalb des Hotels. Gleich am ersten Tag ging es in zweieinhalb Stunden 1200 Höhenmeter über gesicherte Steige zur Passauer Hütte (ca. 2000 m), dann nach ausgiebiger Rast noch mal 200 m höher auf den Hochzint, die umliegenden noch höheren Gipfel waren leider sowohl zeitlich als auch schneetechnisch nicht mehr zu erreichen. Am folgenden „Ruhetag“ ging es über eine schöne wiederum gesicherte Felswandtour mit „nur“ 600 Höhenmetern zur Steinalm mit einer zünftigen Jausen.
Danach gab es noch einen echten Ruhetag, an dem sich die Berge in Wolken hüllten und wir bei leichtem Nieselregen Zell am See erkundeten und den namensgebenden See umrundeten, wor wir auch voller sportlichem Ehrgeiz den als schwarzen Steig markierten Weg nahmen, der sage und schreibe 50 Höhenmeter mit sich brachte.
Damit war die Zeit am nächsten Tag dann reif für eine Gewalttour, von Fieberbrunn aus ging es mit dem Lift, zunächst auf etwa 1600 m und dann über den Wildsee auf den Wildseeloderer (ca. 2100 m). Von dort nahmen wir in einem Anflug von Tollkühnheit den Fieberbrunner Höhenweg in Angriff. Auf diesem unterwegs konnten wir einen weiteren Gipfel nicht links liegen lassen, also war auch noch der Bischof (auch ca. 2100) dran. Den Rückweg nach Fieberbrunn zur Bodenstation der Bergbahn mussten wir dann im Eiltempo nehmen um unsere Wellnesstermine nicht zu verpassen, was der Tour mit ihren über 25 km und etlichen Höhenmetern den Gewaltmarschcharakter verpasste. Dank einer hocpräzisen Restlaufzeitvorhersage mittels kalibrierter Grashalme konnten wir aber immerhin unterwegs noch auf zwei Radler einkehren und waren rechtzeitig zur Massage im Hotel Forsthofalm.
Als ob das nicht genug wäre, stand dann am nächsten Tag noch mal eine ernsthafte Tour auf dem Programm, nämlich von ca. 800 Höhenmetern über eine schöne Grattour vom Kuhfeldhörndl bis zum Spielberghorn knapp über 2000 und dann nach sehr steilem Abstieg zur Einkehr bei der Lindlalm, wo man einen leckeren Kaiserschmarrn servierte. Auf dieser Tour hatten wir allerdings wesentlich mehr Zeit, so dass wir lang und oft faul auf Bergwiesen rumliegen konnten. Damit war aber dann auch in Österreich Schluss mit schönem Wetter, am letzten Tag war wieder alles in Wolken, was wir aber sträflich ignorierten und allerhand Geld inverstierten um in 2000 m Höhe statt den Kapruner Hochgebirgsstauseen nichts als Nebel zu sehen. Immerhin gab es aber dabei eine spektakuläre Fahrt mit einem riesigen offenen Schrägaufzug und letztlich rundete eine spektakuläre Klammwanderung den Tag dann doch noch ganz schön ab. Schließlich ging es nach einer Höhlenbesichtigung und einer Stippvisite bei den Döners in Burghausen mit Sonnenwendfeuer wieder nach Hause in den ewigen Regen dieses misslungenen sächsischen Junis.