Über allen Gipfeln ist Ruh – Ein langes Wochenende in Thüringen

Mitten im Wald, auf dem Berg nahe Ilmenau, an einer großen Bergwiese, liegt das Hotel Gabelbach ganz zauberhaft. Bereits 2009 waren wir hier, im ehemaligen Feriendomizil der SED-Bonzen. Damals war der Eindruck noch etwas durchwachsen, Lage top aber etwas abgewohnt und ein arg beengter Wellnessbereich. Das ist nun komplett anders, die Zimmer sind modern renoviert und der Wellnessbereich wurde sehr gut ausgebaut. Besonders bemerkenswert ist die große Zahl an Ruheräumen unweit der Saunen, da kann man echt entspannen – bei warmem Wetter auch auf einer sehr großzügigen Liegewiese. Das Frühstück ist herausragend vielfältig, von X Sorten Wurst über eine große Käseauswahl bis hin zu veganen Aufstrichen ist einfach alles da, was man sich wünschen kann. Sogar an alkoholfreien Sekt ist gedacht.

Das mehrfach angekündigte Kaffeetrinken auf der Bergwiese wird leider immer wieder nach innen verlegt. Die beeindruckende Auswahl leckerster Kuchen und Torten lässt sich aber auch drinnen sehr gut genießen. Und am Sonn(!)tag gelingt es endlich, wir sitzen mit Kaffee und Kuchen auf der sonnigen Bergwiese – herrlich. Einzig bei der Kulinarik abends ist noch Luft nach oben, solch ein Hotel dürfte sich schon eine herausragende Küche leisten. Essen vom Büffet am Wochenende soll wohl eine Remineszenz an die FDGB-Urlauber sein – unser Ding ist das nicht. Am Besten essen wir tatsächlich am letzten Abend im Gut Gabelbach – mit Steak und Burgern aber auch nichts für jeden Abend.

Das Drumherum ist großartig. Wir entdecken weite offene Täler mit Graslandschaften, die von Wildpferden beweidet werden, etwa im Vesseltal bei Stützerbach oder rund um Schmiedefeld. Immer wieder ergeben sich schöne Ausblicke, von der Bobhütte auf Ilmenau oder vom Kickelhahn auf die umliegenden Berge. An der Bobhütte bewundern wir die todesmutigen Downhiller, die gerade ihre Wettkampfstrecke begehen. Später einsetzender starker Regen bringt nicht nur uns triefend nass zurück ins Hotel, auch den Wettkämpfern steht eine schöne Schlammschlacht bevor. Wir bummeln durch das beschauliche Uni-Städtchen Ilmenau, durch die schönen aber leider wenig lebendigen Altstadtgassen von Schmiedefeld und natürlich kommen wir auch nicht ums Goethehäuschen herum, dessen Wand das berühmte Gedicht ziert. Auf der Rückreise erkunden wir noch Arnstadt – ein weiteres hübsches Kleinstädtchen mit viel ungenutztem Potential. Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass wir öfter nach Thüringen müssen!

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